Wiener Schnitzel mit Kartoffeln Preiselbeeren und Zitrone

Salzburg Foodguide: In diesen Restaurants, Bars und Cafés wirst du niemals hungrig bleiben!

Na, ob dieser bescheidene Reiseblog nicht doch zum Foodblog mutiert? Jedenfalls sind mir in Salzburg (wie schon im Juni in Chicago) wieder jede Menge leckere Köstlichkeiten in den interessantesten Locations über den Weg gelaufen. Aber ich finde eh, dass man Orte am besten kulinarisch erschliessen kann. Hab ich wohl von meiner Mama geerbt. Denn als sie Ende der siebziger Jahre von Brasilien aus nur mit zwei Koffern, jeder Menge Abenteuerlust, dafür aber ebenso wenig Deutschkenntnissen in Deutschland strandete, hat sie sich den Weg in die neue Kultur einfach erkocht: Statt Reis und Feijoada, dem brasilianischen Nationalgericht, kochte sie jetzt Klöße und Sauerkraut, und jedes neue Rezept, was sie kennenlernte, wurde direkt zu Hause nachgekocht. Im Supermarkt fragte sie sich mit Händen und Füßen so lange durch, bis sie alle Zutaten beisammen und die neuen Vokabeln drauf hatte, tauschte Rezeptideen und war dafür bessere Beratung als jede Verkäuferin, wenn jemand mit einer Ananas oder Avocado in der Hand am Obststand rätselte, wie man diese komischen, exotischen Dinger wohl isst. Die waren nämlich damals in Deutschland eine absolute Rarität, für sie aber Obst aus der Heimat. Bis heute übrigens kocht meine brasilianische Mama, nun auf Mallorca und in perfektem Deutsch, den weltbesten Rheinischen Sauerbraten mit selbstgemachtem Rotkohl und Klößen. Feijoada gibt’s trotzdem immer noch: Mehr Integration und gelungenes Multikulti geht nicht. Und bei alldem, was gerade um uns herum passiert, bei allen Diskussionen rund um das Thema Integration: Die stillen, schönen Geschichten sind immer noch die, die in der Mehrheit sind. Und das sollten wir nie vergessen.

Sei’s drum, hier nun ein paar kulinarische Salzburg-Tipps für euch. Österreichische Küche mit alpinem Einschlag: Seid gewarnt, Salzburg ist wirklich ein Paradies für Foodfetischisten!

Die Mozartkugel: Rund, süß und typisch Salzburg

In Salzburg dreht sich alles um Mozart – und um die Mozartkugel. Während man in Deutschland sofort die Mozartkugeln in der roten Prunkverpackung im Sinn hat, gibt es in Salzburg ein paar alteingesessene Konditoreien, die Mozartkugeln nach eigenem Rezept und zum Teil noch in kompletter Handarbeit vor Ort herstellen. (Und ich sach mal so, geschmacklich können die roten Dinger da echt einpacken.) Die wirklich originale Ur-Mozartkugel gibt es in der Konditorei Fürst, deren Stammhaus sich am Alten Markt direkt gegenüber dem altehrwürdigen Café Tomaselli, dem ältesten Kaffeehaus Österreichs, befindet. Aber auch das kleine Café Habakuk in der Linzergasse zum Beispiel fertigt leckerste Mozartkugeln, 100% handmade.

Webseite Konditorei Fürst
Webseite Café Tomaselli (sogar Mozarts Familie trank hier schon Kaffee)
Webseite Café Habakuk

Salzburger Nockerln: 3 Berge für Tati

Salzburg ist umgeben von drei Hausbergen, dem Kapuzinerberg, dem Gaisberg und dem Mönchsberg – und wer sich das nicht merken kann, der bestellt einfach mal in einem Lokal Salzburger Nockerln. Spätestens nach dem Anblick dieses puderzuckerbestäubten Baiserschaumsoufflémonsters auf einer Kirschsauce wird man sich auf ewig daran erinnern. Jede Nockerl steht nämlich für einen verschneiten Hausberg. Aber Vorsicht: Salzburger Nockerln werden immer nur in einer Größe serviert, angeblich für zwei Personen, reichen als Dessert aber locker für neun! Salzburger geizen eben nicht mit ihren Essensportionen…

K+K am Waagplatz: Moderne österreichische und internationale Küche

Ein bisschen gehobener, dafür aber bodenständig-moderne Küche: Im K+K am Waagplatz gibt’s Klassiker wie Wiener Schnitzel, aber auch vegane Curries. Oben sitzt man lauschig-nett in traditionellem Ambiente mit viel Holz, unten gibt’s eine frisch renovierte Bar im gemütlichen Kellergewölbe – warm, mit viel Kupfer, ein Traum!

Die Portionen sind nicht ganz so spektakulär wie andernorts, dafür aber qualitativ sehr hochwertig und raffiniert zubereitet. Ich sage nur: Gurken-Thymian-Panna-cotta! Muss man auch erstmal drauf kommen.

 

Webseite K+K am Waagplatz

 

 

 

Seven Senses im Hotel Stein

Das Hotel Stein, gegründet 1399, ist das älteste Hotel Salzburgs und wurde vor kurzem komplett renoviert, mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Kunst (im Gang hängt mal eben so ganz lässig eine Skulptur von Sir Anish Kapoor; spätestens nach The Bean in Chicago bin ich ja Fan). Salzburg wird auch oft als die italienischste Stadt nördlich der Alpen beschrieben, dazu hat im 17. Jahrhundert auch ein venezianischer Architekt beigetragen. Im Hotel Stein wird diese Verbindung zwischen Salzburg und Venedig unter dem Motto „Salzburg meets Venice“ wieder aufgefrischt – und klar, dass ich mich da vor Begeisterung nicht mehr einkriegen konnte, wo ich doch vor zwei Wochen erst in Venedig war und mich so in die Stadt verliebt habe.

Wer das nötige Kleingeld hat, der sollte hier mal übernachten – das Hotelkonzept ist wunderbar individuell und abseits des üblichen Hotelketten-Bla-Blas in dieser Preisklasse.

Zur Buchung*

Wer sich dagegen nicht ganz so doll in Unkosten stürzen will, genießt einfach bei einem Airone Spritz (ein italienischer Bitter irgendwo zwischen Ramazzotti und Aperol, den es in Salzburg und Umgebung nur hier gibt!) die herrliche Aussicht auf der Terrasse der hoteleigenen Rooftopbar Seven Senses. Ihr werdet es nicht bereuen!

Bärenwirt für den Bärenhunger

Urig, klassisch, lecker. Der Name lässt es fast schon erahnen, aber der Zusatz „für den Bärenhunger“ bei einigen Gerichten  auf der Karte macht schnell klar: Wer hier nicht satt wird, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Meine Empfehlung: Rindsgulasch mit Knödel in Fussballgröße. Für den Bärenhunger.

Webseite Bärenwirt

Augustiner Bräustübl im Kloster Mülln

Groß geworden im Ruhrgebiet, zwischen Kohleöfen und Brauereien, ist Bier mein absolutes Heimatgetränk. Total unmädchenhaft, aber an heißen Sommertagen liebe ich ein frisch gezaptes, kühles Bier genauso wie einen feinen Aperol Spritz. Brauche ich ja dann nicht zu erwähnen, dass ich im Augustiner Bräustübl sofort zu Hause war. Getrunken wird aus eimergroßen Tonkrügen, die man selbst aus einem Regal fischt und nochmal unter kühles Wasser hält, damit das Bier schön kalt bleibt. Essen kauft man an einem der Stände drinnen, dort gibt es alles von Leberkäse über fein gehobelten Radi bis Schaumrollen – oder bringt es selbst von zu Hause mit, was ich absolut genial finde. Nur Bier muss nämlich vor Ort gekauft werden, ansonsten kann hier auch frei Schnauze gepicknickt werden. Und die Stimmung im Biergarten könnte besser nicht sein: Hier sitzt jung neben alt, Ur-Salzburger neben Touris, Trachtenträger neben Modepüppchen, und alle erfreuen sich am äußerst süffigen Augustiner.

Webseite Augustiner Bräu

 

Herr Leopold: der Kaffeehaus-Tipp für Sonn- und alle anderen Tage

Sonntags ein geöffnetes Kaffeehaus abseits der üblichen Touristenattraktionen zu finden, ist gar nicht so einfach. Salzburger lieben ihr Kaffeehaus, aber offensichtlich nicht an Sonntagen. So nimmt man das, was kommt, und das Herr Leopold ist die schönste Notlösung überhaupt. Foodies freuen sich über Buchteln und Strudel, frisch aus dem Ofen und in cremig-warmer Vanillesauce gebadet – und Designjunkies werfen nach der wunderbaren Inneneinrichtung mal einen Blick auf die stylische Tapete in der Damentoilette. Ein Interiortraum.

Webseite Herr Leopold

 

 

 

 

 

Ludwig Burger: auch für Veganer!

Auch unter jungen Salzburgern beliebt, weil man hier die besten Burger der Stadt bekommt. Alles hausgemacht, vom Burger bis zum Ketchup(!). Und der vegane Pilzpatty ist so gut, dass sogar ich als absoluter Fleischliebhaber ’nen normalen Burger sofort dafür stehen lasse.

Webseite Ludwig Burger

Pauli Stubm: Urig und gemütlich

Urgemütlich kultig und ganz versteckt in einer kleinen Altstadtgasse gibt’s in den Pauli Stubm richtig zünftige Küche!
Zwei Häuser weiter ist übrigens ein Nacht-Établissement, wenn ihr wisst, was ich meine… und das erwähne ich deshalb, weil selbst solche Lokale hier im pittoresken Salzburg einfach nur hübsch aussehen.

Nochmal ein paar Häuser weiter, mit der Nummer 30, ist übrigens das Haus des letzten Henkers von Salzburg, nur mal so nebenbei, für die, die sich gerne ein bisschen gruseln möchten. (Übrigens: Salzburg als alte Kirchenstadt hat noch mehr gruselige Geschichten auf Lager! Wer sich interessiert, bucht einfach eine Gruselführung bei Sabine, die hat so ziemlich alle morbiden Mittelalterstories auf Lager und präsentiert sie äußerst kurzweilig bei einem Rundgang der etwas anderen Art, nur zu empfehlen! Und wenn ihr bucht: Bestellt mal schöne Grüße!)

Webseite der Pauli Stubm

Café Würfelzucker: der Strudelhimmel

Nachdem ich ja schon bei meinem ersten Besuch hier gelandet bin, musste nochmal ein Apfelstrudel im Café Würfelzucker her: Handgezogen, frisch aufgedampft und in das in gemütlichstem Ambiente direkt an der Salzach serviert. Lecker.

Webseite Café Würfelzucker

 

 

Na, hungrig geworden? Verständlich. Am besten merkst Du Dir diesen Foodguide gleich bei Pinterest (passendes Bildchen siehe unten) – für den nächsten Salzburg-Besuch – und ich trauere derweil den Leckereien nach, die ich jetzt schon vermisse.

Oder wo gibt’s in Berlin gute österreichische Küche? Tipps bitte in die Kommentare! :)

Lesetipps für Salzburg:

Ein Tag in… Salzburg
Salzburg und seine Kirchen: Mystische Tipps für das Rom des Nordens.
Reiseführer Salzburg (Buch)*

* Affiliatelink (Was ist das?)

** Hinweis: Zur Reise nach Salzburg bin ich vom örtlichen Tourismusbüro TSG Tourismus Salzburg GmbH in Kooperation mit fraeuleinflora.at im Rahmen einer Recherchereise eingeladen worden.
Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt – aber ich gestehe: Nach all den Leckereien oben (die ich natürlich zu Recherchezwecken ausgiebig probieren MUSSTE, ich armes Ding) konnte ich Salzburg nicht anders als total geflasht verlassen. Liebe geht eben doch durch den Magen.

This post is available in deDeutsch

Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed
Mehr zum Thema
Friedrichshafen. Und warum es nicht immer New-York-Rio-Tokyo sein muss.