Hoi An ist die Touristenfalle in Vietnam überhaupt. Und ich fand’s trotzdem toll, obwohl ich normalerweise für solche Orte nicht oft zu begeistern bin. Hoi An war so ganz anders zu dem, was ich bisher von Vietnam gesehen hatte. Nachdem ich bisher durch die Halong Bucht geschippert bin, mich durch Hanois Gewusel gekämpft hatte und mit dem Motorrad eine einmalige Tour von Hue nach Hoi An gemacht habe, war Hoi An mal was richtig anderes.

Hoi An, Old Town

Bike at storefront

Auf den ersten Blick ist Hoi An mehr eine Mischung aus überfüllter Touristenhochburg und hochglanzpolierter Sehenswürdigkeit, die mit dem Rest von Vietnam nur wenig zu tun hat – und trotzdem: Ich hatte solch entspannte Tage in Hoi An.

Sunset in An Bang Beach

Falls Hoi An noch nicht auf Deiner Liste für Deine Vietnamreise steht, habe ich hier die wichtigsten Gründe für einen Zwischenstopp zusammengefasst – lass Dir Hoi An nicht entgehen:

1. Hoi An – das Paradies in Vietnam

Wahrscheinlich wirst du auf Deiner Vietnamreise der üblichen Reiseroute folgen, das heißt entweder von Norden nach Süden oder umgekehrt. Hoi An liegt fast genau in der Mitte von Vietnam, also auch perfekt für ein paar ruhige Tage nach einem anstregenden Trip durch Städte wie Hanoi oder Ho Chi Minh City.

Hoi An lanterns

Solltest Du also schon einige Zeit in Vietnam unterwegs gewesen sein, wird Dir der lauter Lärmpegel auf der Straße auffallen – beziehungsweise auf die Nerven gehen. Denn die Vietnamesen lieben ihre Hupe – dauert wird gehupt, beim Überholen, an der Ampel, beim Abbiegen. Und die Straßen sind voll mit Motorrollern, die in Vietnam ganz besonders beliebt sind.




Hoi An ist da eine willkommene Ausnahme: Im Altstadtkern sind nur Fahrräder und unmotorisierte Rikschas erlaubt, Autos und Motorroller sind verboten. Die ganze Altstadt ist eine einzige Fußgängerzone und erholsam ruhig!

Street in Hoi An

Ganz in Ruhe kann man so zu Fuß die Altstadt erkunden, ohne zu befürchten, dass man vom nächstbesten Rollerfahrer umgenietet wird. Die Altstadt ist recht übersichtlich, alle Sehenswürdigkeiten sind nah beieinander. Gemütlich kann man durch die Straßen schlendern und in den vielen hübschen Cafés und Restaurants Halt machen und den Tag genießen. Viele Häuser sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich: In den Innenhöfen stehen oft Bänke – einfach hinsetzen und sich treiben lassen.

2. Die Geschichte Hoi Ans

Hoi An wurde von den Cham im 4.Jh. gegründet – so alt ist die Stadt schon! Zwischen dem 16.  und 19.Jh. gewann Hoi An mehr an Bedeutung: Hoi An wurde einer der wichtigsten Handelshäfen im Südchinesischen Meer – bis es vom nahen Da Nang ersetzt wurde. Die alte Gebäude blieben aber, und da Hoi An seine strategische Bedeutung komplett verloren hatte, blieb die Altstadt auch im Vietnamkrieg völlig unberührt. Schön für uns, denn so ist Hoi An heute ein magischer Ort voller Geschichte!

Temple in Hoi An

Obwohl die alten Holzhäuser in der Altstadt mehrfach von Hochwasser heimgesucht wurden, sind sie dennoch in einem sehr guten Zustand. Die meisten befinden sich seit Generationen immer noch in Familienbesitz und viele der Häuser können auch von innen besichtigt werden. Die meisten Häuser sind sogar bewohnt, was man vielleicht bei der Kleiderwahl berücksichtigen sollte – die Vietnamesen sind nicht besonders freizügig, bedeckte Schultern und Knie sind jedenfalls immer eine gute Wahl.

Über die Altstadt verteilt sind übrigens kleine Ticketverkaufsstellen, an denen man für 120.000 Dong ein 3-Tages-Ticket kaufen kann, was einem Eintritt zu allen Sehenswürdigkeiten gewährt.

3. Essen in Hoi An

Hoi An ist wohl der Traum aller Foodies! Für jeden Geldbeutel gibt es hier gutes Essen an jeder Ecke. Ob kleine Snacks auf der Straße oder ausgeklügelte Menüs in einem der zahlreichen schickeren Restaurants, ich habe nicht einmal schlecht in Hoi An gegessen! Vietnamesische Küche ist sowieso sehr frisch und aromatisch, aber in Hoi An gibt es nochmal eine Menge innovativer Cafés und Restaurants mit tollen Interpretationen der vietnamesischen Spezialitäten.

Restaurant Tipps für Hoi An:

Green Mango* – leckere Fusionküche
Mango Rooms* – ungewöhnliche Kombinationen mit tropischem Flair
Morning Glory* – das beste Bun Bao Sandwich mit Schweinefleisch überhaupt!

…und es gibt noch so viele mehr!

Food in Hoi An, VietnamWer wissen will, wie man die Gerichte zu Hause nachkochen kann, bucht einfach den passenden Kochkurs dazu. Auch viele Restaurants bieten solche Kurse an, meist ist noch ein Besuch auf dem Markt inklusive. So kann man sich gleich mit den Zutaten vertraut machen!

Fruits at the market

Es muss auch nicht immer ein Restaurant sein: auch das Street Food in Hoi An ist überall superlecker!

 4. Cafés in Hoi An

So sehr ich auch wollte, den ganzen Tag essen ging nun doch noch. Aber bei über 35 Grad im Schatten entwickelte ich eine ziemlich große Vorliebe für Cà phê sữa đá, den typisch vietnamesischen Kaffee – aber in eisgekühlt. Und Cafés gibt es nicht wenige in Hoi An…

Meine beiden Café-Favoriten in Hoi An:

Hoi An Roastery* und Cocobox* (Bild)Cocobox Hoi An

5. Shopping in Hoi An

Hoi An ist berühmt für seine Maßschneidereien, in der ganzen Altstadt findet man immer wieder kleine Atelier, in denen man sich Anzüge und Kleider auf den Leib schneidern lassen kann. Gekauft habe ich dort nichts, weil ich mal wieder an Gewicht sparen wollte. Was ich aber gehört habe, ist, dass die Schneider in Hoi An teurer sein sollen als vielleicht in anderen Orten – ist ja auch ein megatouristischer Ort. Außerdem würde ich einen genauen Blick auf die Qualität der Stoffe werfen: Ich hatte oft den Eindruck, dass dort auch eher gespart wird, und nichts ist enttäuschender, als wenn man Geld und Mühe in ein schönes Teil investiert, das dann am Ende nur durch schlechte Stoffqualität aussieht wie vom Discounter.

Was Souvenirs anging, habe ich mich dann auf Tee beschränkt, wiegt weniger – und der Tee war wirklich toll. Und mit Glück kann man sich sogar bei einer original vietnamesische Teezeremonie durch jede Menge verschiedene Sorten probieren.

Vietnamese tea

6. Das Nachtleben in Hoi An

Wirklich schön wird Hoi An abends, wenn überall in der Altstadt die bunten Lampions leuchten. Die Straßen füllen sich, und alle genießen die lauen Nächte bei einem frischen Cocktail oder Abendessen in einem der zahlreichen fantastischen Restaurants. Wer mag, kann sich dann noch seine eigenen Papierlaternen an einem der vielen Stände kaufen, die bis spätabends geöffnet haben.

Hoi An by night

Hoi An by night

7. Relaxen am Strand – An Bang Beach

Genug von der Altstadt? Ganz in der Nähe, nur 20 Minuten mit dem Rad entfernt, liegt An Bang Beach – und hier lässt sich wunderbar vom ganzen Sightseeing entspannen. Der Strand ist sauber und breit, das Wasser warm. Und wie auch in Hoi An selbst, braucht man sich um Essen und Trinken keine Gedanken zu machen: Der Strand ist voll mit Verkäufern, die einen unaufdringlich und für kleines Geld mit Snacks und eiskaltem Wasser versorgen. In Hoi An ist eben noch kein Tourist verhungert.

8. Ab aufs Land!

Wer Lust auf Landluft hat und ein bisschen das Leben rund um Hoi An kennenlernen möchte, sollte eine der vielen Tagestouren buchen, die in der ganzen Stadt angeboten werden. Viele Touren werden mit dem Rad gemacht und zum Teil kann man auch die kleinen Produktionsstätten besuchen, in denen zum Beispiel die bekannten Papierlaternen hergestellt werden. Oder man nutzt die Gelegenheit, um mal ein paar Wasserbüffel zu streicheln!

Lesetipp:

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Auf diesem Blog findet ihr übrigens noch mehr Informationen über Vietnam und die vietnamesische Kultur:

Vietmok – Vietnam mit offenen Karten

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