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Vilnius: Sehenswürdigkeiten, Geheimtipps und Lieblingslocations im Winter
Aktualisiert am: 26/02/2024
Ein Städtetrip nach Vilnius ist easier, als du denkst: Anderthalb Stunden Flugzeit und schon landest du in der litauischen Hauptstadt, die außer einer turbulenten Geschichte auch ziemlich viel Modernes zu bieten hat! Vilnius ist nämlich jung, ein bisschen wild und ziemlich innovativ! Ich zeige dir, was du besonders im Winter hier erleben kannst – und warum du unbedingt nach Vilnius solltest!
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Vilnius + Geschichte der Stadt
Kathedralenplatz & Kathedrale St.Stanislaus
Woran du bei einer Sightseeingtour in Vilnius unbedingt vorbeikommst, ist der Kathedralenplatz mit der Kathedrale St.Stanislaus. Auf dem Kathedralenplatz siehst du auch ein großes Denkmal für Gedeminas, ab 1316 Großfürst von Litauen und Gründervater von Vilnius (der Name wird dir nämlich öfter in der Stadt begegnen!). Direkt neben der Kathedrale befindet sich der Glockenturm, von dem du einen guten Ausblick auf die Umgebung hast.
Eine schöne Aussicht hast du aber auch vom Gedeminas-Turm nebenan. Dort hinauf führt auch eine kleine Seilbahn, falls du vom vielen Sightseeing lauffaul bist. Der Gedeminas-Turm ist Teil des litauischen Nationalmuseums.
Facts über Vilnius:
ganz Litauen hat 2,8 Mio. Einwohner, davon wohnen 570.000 in Vilnius
die Altstadt ist UNESCO-Welterbe, die größte in Osteuropa und berühmt für seine vielen barocken Kirchen
Vilnius ist die Hauptstadt von Litauen
Wer hier schreibt
Hey, ich bin Tatiana & die Bloggerin hinter The Happy Jetlagger. Seit 2014 schreibe ich hier ehrlich, leidenschaftlich und authentisch über meine Reisen. Ohne großes Team hinter mir bin ich quasi das Mädchen für alles: Alle Tipps sind eigenhändig von mir recherchiert & empfohlen!
Großfürstliches Schloss
Am Kathedralenplatz liegt auch das Großfürstliche Schloss von Vilnius, das eigentlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts zerstört wurde und erst kürzlich wieder komplett rekonstruiert wurde. Hier findest du auch die dabei gefundenen archäologischen Ausgrabungen, die in einem schönen Museum wirklich toll aufbereitet sind.
Um die Kathedrale konzentriert sich also einiges an geschichtsträchtigen Orten. Spätestens jetzt hast du einen echt einen guten Überblick über Vilnius und seine Entstehung!
Tor der Morgenröte
Nicht verpassen wirst du bei einer Erkundung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Vilnius auch das Tor der Morgenröte. Eigentlich ist es ein Stadttor der alten Stadtmauer rund um die Altstadt. An der Seite befindet sich ein kleiner Eingang, von dem aus du über eine Treppe genau über dem Torbogen landest. Dort befindet sich eine wirklich schöne kleine Kapelle mit einer Madonna. Das Tor der Morgenröte ist ein wichtiger Wallfahrtsort und wird von vielen Gläubigen besucht. (Fotos machen ist daher hier oben auch nicht erlaubt.)
St.Johanneskirche & Universität Vilnius
Kirchen, Kirchen, Kirchen. Daran wirst du in Vilnius nicht vorbeikommen, denn die vielen Barockkirchen gehören einfach zum Stadtbild. Wahrscheinlich bist du jetzt schon ein bisschen müde von soviel Geschichte und schwerer Kirchenkost.
Aber eine Kirche solltest du dir noch anschauen: Die St.Johanneskirche ist Teil des Gelände der Universität Vilnius (übrigens eine der ältesten Europas!) und der Altar mit seinen vielen Säulen zeigt sehr gut, warum die barocken Kirchen in Vilnius als ziemlich einzigartig gelten. Im Sommer kannst du hier übrigens auch für kleines Geld den Glockenturm besteigen. Besonders hieran: Der Glockenturm ist das höchste Bauwerk in der Altstadt und so hast du eine perfekte Sicht!
Bester Ausblick auf die Altstadt von Vilnius: Der Glockenturm der St. Johanneskirche
Tipp: Wenn du ganz diskret bist, kannst du dich wochentags auch unter die Studenten mischen und die alte Uni erkunden. In der philologischen Fakultät bin ich so dank meiner ortskundigen Begleitung auch auf eine Halle mit beeindruckenden Wandmalereien gestossen!
Überraschend, wie viel Geschichte doch in Vilnius steckt, oder? Dafür, dass Litauen schon ziemlich lange zur EU gehört, gehört es doch zu den Ländern in Europa, von denen ich ganz schön wenig wusste und ich wette, ich bin da nicht allein. Aber so interessant die Geschichte von Litauen und Vilnius sein mag, die Gegenwart rockt es dafür ebenso: Durch Vilnius weht wirklich ein spezieller kreativer Wind, die Stadt ist jung, im stetigen Umbruch und dabei gerne kreativ. Vilnius selbst bewirbt sich zum Beispiel mit dem Slogan „Vilnius: Amazing wherever you think it is“ und soviel Selbstironie lässt schon vermuten, dass dahinter eine ziemlich lässige Stadt steckt.
Das Künstlerviertel Užupis
Einmal von der Altstadt aus über die Vilnia gehüpft, landet man schon in Užupis. Was irgendwie mit einer Ansammlung von mehreren Künstlern in den 1990er Jahren begann, ist heute ein Must-See bei jedem Vilnius-Besuch.
In Užupis findest du Galerien, Ateliers, Street Art und viele kleine Läden. Besonders im Sommer sind die Lokale hier gut besucht. Užupis wurde 1998 von einigen Bewohnern zur Republik mit einer eigenen Verfassung und einem eigenen Parlament ausgerufen; wohl ein bisschen mit einem Augenzwinkern, dennoch hat man ein bisschen das Gefühl, man betritt eine andere Welt.
Mit etwas Glück kannst du in Užupis auch Künstlern bei der Arbeit zusehen
MO Museum
Wenn du dir wie ich auch gerne mal zeitgenössische Kunst ansiehst, dann solltest du unbedingt auch ins MO Museum. (Aber überhaupt solltest du dir die Ecke um das Museum anschauen, hier findest du einige spannende Läden und Café wie zum Beispiel Raštinė oder das Urban Garden.) Das privat finanzierte Museum wurde von Daniel Libeskind entworfen und bietet neben einer interessanten Dauerausstellung auch interaktive Wechselausstellungen. Sehr schön gestaltet.
Gefängnis 2.0: Strange Dinge in Lukiškės
Ich laufe durch das offene, große Tor, rechts und links hohe, dunkle Backsteinfassaden mit klitzekleinen Fenstern. Wenn jetzt hinter mir das Tor zufallen würde: ich weiß nicht. Wäre ziemlich beklemmend. Ein sehr dominant wirkender, breitschultriger Sicherheitsmann mit Glatze ermahnt mich, Fotos mit einer großen Kamera seien nicht erlaubt (ich hatte das Minischild am Eingang übersehen) und für einen kurzen Moment halte ich ihn für einen Teil der Inszenierung – denn das Lukiškės-Gefängnis 2.0 ist kein Gefängnis mehr, sondern gehört mittlerweile zur kreativen Szene von Vilnius.
Lukiškės & Stranger Things
Wenn du Stranger Things auf Netflix gesehen hast (ist an mir leider vorbeigegangen), wird dir es bekannt vorkommen: In der vierten Staffel der Serie diente das ehemalige Lukiškės-Gefängnis als Drehort. Überhaupt ist das alte Gefängnis ein besonderer Ort, und wie ich finde, ziemlich bezeichnend für den allgemeinen Vibe in Vilnius. Die Stadt ist jung, lebendig und aufgeschlossen gegenüber neuen Konzepten: In einem alten Gefängnis einen Eventspace und kreatives Zentrum zu schaffen ist schon sehr einmalig.
Lukiškės 2.0: Ein Ort für Kreative
In den alten Trakten befinden sich heute zum Teil Ateliers, Ausstellungssräume, Konzertbühnen oder sogar eine Bar. Die ehemaligen Zellen können bei einer Führung besichtigt werden – und hierbei erfährt man auch mehr über die Geschichte des Gefängnisses. Der Innenhof wird ebenfalls neu genutzt: Diesen Winter wurde eine große Schlittschuhbahn eröffnet und wer sich dabei zu doll verausgabt hat, der kann sich danach an einem der Streetfood-Stände draußen mit Snacks stärken.
Ich empfehle aber, dir vorher gut darüber Gedanken zu machen, wann und ob du dir Lukiškės 2.0 anschaust. (Meine Stimmung war zumindest danach leicht getrübt; gewisse Orte machen eben was mit einem.)
Die Geschichte von Lukiškės
Das Lukiškės-Gefängnis war über 100 Jahre eine der berüchtigsten Strafvollzugsanstalten des Landes; bis 1996 wurden hier noch Hinrichtungen durchgeführt, da die Todesstrafe erst dann in Litauen abgeschafft wurde. Die unwürdigen Verhältnisse sowie internationaler Druck (nicht zuletzt durch den Beitritt Litauens in die EU) führten schließlich dazu, dass das Gefängnis 2019 geschlossen wurde.
Und wenn man erst einmal die kargen Zellen, den modrigen Geruch in den dunklen Fluren, die schaurigen Kellerzellen für Isolationhaft (Fotos waren in den Zellentrakten sowie den Einzelzellen nicht erlaubt, aber mir war ohnehin nicht danach) oder die 10 Quadratmeter großen Außenzellen live erlebt hat, in denen die Gefangenen ihre einzige Stunde außerhalb der Zelle zum Hofgang verbringen konnten (gemeinsam mit dem Zellengenossen wohlgemerkt, mit dem man schon die anderen 23 Stunden aufeinander gehangen hat), dann fragt man sich: Erst 2019??
Der flapsige Ton der Führung macht es nicht besser, und so sehr ich kreative Konzepte mag, den sehr lockeren Umgang mit der Vergangenheit dieses Ortes (die eben noch gar nicht so lange her ist) und den damit verbundenen Schicksalen fand ich persönlich sehr befremdlich. Ohne Führung kannst du dir die meisten Teile des Gefängnisses aber nicht ansehen, also musst du durch so Peinlichkeiten wie einem Polaroid-Mugshot zum Abschied einfach durch. Kann man lustig finden, ich fand’s (Achtung, schlechter Wortwitz!): Strange.
Trotzdem würde ich dir einen Besuch empfehlen, denn das Lukiškės 2.0 ist wirklich ein bewegender Ort. Pass‘ halt einfach nur auf dich auf. <3
Adventszeit & Winter in Vilnius
Sagen wir es so: Der Winter ist eine ziemlich exotische Reisezeit für Vilnius. Es kann sehr, sehr kalt werden; vor allem im Januar, und manchmal muss man an den ohnehin schon kurzen Tagen die Sonne unter der dicken Wolkendecke schon regelrecht suchen. Aber in der Adventszeit kann es auch gemütlich in Vilnius werden: Viele Geschäfte und Lokale schmücken ihre Fassaden festlich und auf dem Kathedralenplatz sorgt ein riesiger, beleuchteter Weihnachtsbaum für die passende Stimmung.
Weihnachtlich geschmückt: Die Altstadt von Vilnius
Und überhaupt sind kalte Temperaturen eine hervorragende Entschuldigung, um gefühlt alle zehn Meter in ein anderes Café oder Restaurant einzukehren: Die Gastro-Szene ist so einmalig in Vilnius, dass ich noch einen kleinen Food Guide für euch auf Lager habe!
Eins vorweg: Eine Städtereise nach Vilnius ist super unkompliziert. Ich würde sogar sagen, du kannst dich auch einfach spontan in den Flieger setzen und hier ein paar Tage verbringen, ohne dir großartig irgendwelche organisatorischen Gedanken zu machen. Trotzdem habe ich ein paar Tipps für dich, die dir vielleicht helfen können!
Übernachten in Vilnius
In der Nebensaison findest du einige gute Angebote in Vilnius; es gibt Unterkünfte für jeden Geschmack. Ich habe in einem alten Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert übernachtet, das mit viel Liebe zum Detail vor einigen Jahren zu einem Designhotel umgebaut wurde.
Hotel-Tipp: Hotel Pacai – es ist so traumhaft, wie es aussieht!
Ich genieße gute Hotels ja ohnehin (obwohl ich eh schon so viel Zeit in Hotelzimmern verbringe), aber das Hotel Pacai ist wirklich eine absolute Empfehlung. Sicherlich nicht für jeden Geldbeutel, aber für ein, zwei Nächte vielleicht doch noch drin – ich verspreche dir, dieses Highlight wirst du so schnell nicht vergessen.
Die Währung in Litauen ist Euro, du brauchst dir also um Geld wechseln etc. keine Sorgen machen!
Kartenzahlung ist weit verbreitet, viel Bargeld brauchst du nicht.
Unterwegs in Vilnius
Öffentliche Verkehrsmittel gibt es (Straßenbahn, Bus, Zug), aber ich habe sie bei meinem Aufenthalt gar nicht genutzt. Die Altstadt kannst du ohnehin am besten zu Fuß erkunden und für weitere Strecken habe ich Bolt genutzt (gibt es in Vilnius statt Uber). Auch zum Flughafen ist Bolt eine gute Wahl, Kosten ca. 15€ für eine Strecke.
Die Flugzeit nach Vilnius beträgt z.B. von Frankfurt aus ca. 1:40h, von Berlin nur 1:10h – Vilnius ist also gar nicht sooo weit entfernt.
Sprache
In Litauen wird Litauisch gesprochen, was ich als Sprache super faszinierend finde. Litauisch gehört als baltische Sprache zur indogermanischen Sprachfamilie, aber lass dich vom “germanisch” nicht täuschen, man versteht nichts :) Ich habe immer versucht, zumindest ein paar Brocken herauszuhören, aber über mehr als “Hallo” und “Danke” bin ich nicht hinausgekommen.
Die heimische Sprache wird in Litauen sehr gepflegt. Ähnlich wie in Frankreich mit seiner Radioquote gibt es in Litauen eine Art Sprachgremium, das darauf achtet, dass die litauische Sprache z.B. nicht mit Anglizismen durchsetzt wird. So werden alle englischen Wörter sozusagen litauisiert, aus “Computer” wird z.B. “kompiuteris”.
Jüngere Litauer sprechen aber oft Englisch, besonders in Sehenswürdigkeiten, Cafés, Restaurants etc. Ältere dagegen sprechen bzw. verstehen auch Russisch; aber auf Grund der geschichtlichen Hintergründe und aktuellen Situation sollte man dieses Thema besser umschiffen.
Transparenz: Meine Reise nach Vilnius erfolgte auf Einladung von Go Vilnius.
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