Suzhou: Chinas Paradies auf Erden

Garten Suzhou

Suzhou im Osten Chinas, ganz in der Nähe von Shanghai, ist bekannt für seine malerischen Gärten und seine pittoreske Altstadt mit den vielen Wasserstraßen. Über 2500 Jahre ist Suzhou alt und gilt in ganz China als Ort der Dichter und Denker. Vor allem aber ist Suzhou auf dieser China Reise für mich eins: Eine ziemliche Überraschung. Warum erzähle ich Dir in meinem ersten Artikel zu meiner diesjährigen Reise nach China – hilfreiche Tipps zu Sehenswürdigkeiten in Suzhou und meine Things-to-do-unbedingt inklusive.

Suzhou: Das Venedig des Ostens?

Wegen seiner vielen kleinen Kanäle, die den recht großen Altstadtkern durchziehen, wird Suzhou auch oft und gerne als das Venedig des Ostens bezeichnet. Und spätestens bei diesem Ausdruck schaudert es mich.

Boot Suzhou China
Suzhou: Eine Bootsfahrt durch die romantischen Kanäle muss einfach sein.
Suzhou Kanal rote Lampions
Viele Häuser an den Kanälen in Suzhou sind mit roten Lampions geschmückt: China pur.

„Venedig des…“ (wie übrigens auch „Mekka des …“ und „Paris des…“) – das schreibt man als Autor oder Texter immer nur dann, wenn einem nun wirklich nichts Besseres an Vergleichen einfallen will. Hauptsache ein paar Boote, ein paar Kanäle, und schon lässt sich die Analogie zu Venedig bilden. Wie bei den Wasserstraßen in Suzhou im Yangtse-Delta im Osten Chinas bei Shanghai.

Shantang Street Suzhou

Alles Venedig, obwohl sich eigentlich nichts mit Venedig vergleichen lässt, auch nicht Suzhou. Aber wer einmal dort war, wird sich fragen, warum Suzhou überhaupt einen Vergleich braucht – denn Suzhou ist ein wahrer Goldschatz.

Suzhou und seine Gärten: Der Garten des bescheidenen Beamten

Der Garten des bescheidenen Beamten. Was für ein Name. Bescheidenheit ist wirklich der letzte Begriff, der einem beim Anblick des wohl berühmtesten Gartens in Suzhou in den Sinn kommt. Der Garten ist in Wirklichkeit eine riesige Parkanlage mit lauschigen Pavillons und mit Bedacht angelegten Seen und Bäumen. Gemäß der chinesischen Gartenbaukunst liegt das Hauptaugenmerk weniger auf Blumen und Farben, sondern auf dem harmonischen Zusammenspiel der sogenannten „sieben Elemente“: Erde, Himmel, Wasser, Steine, Gebäude, Lebewesen und Pflanzen, wobei hier eher Bäume und Grünpflanzen gemeint sind.

Garten des bescheidenen Beamten

Im Himmel gibt es das Paradies, auf Erden gibt es Suzhou und Hangzhou.

Garten des bescheidenen Beamten

Und wie harmonisch der Garten des bescheidenen Beamten ist, zeigt sich schnell: Obwohl hoffnungslos von Touristen überlaufen, überstrahlt den Garten trotzdem eine Aura der Ruhe und Entspannung. Sehr beeindruckend. An vielen Ecken trifft man auf Maler und Zeichner, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich von der Atmosphäre des Gartens inspirieren lassen. Ich hab’ mich kurz geärgert, dass ich meine Aquarellsachen nicht dabei hatte – zu gerne hätte ich mich einfach daneben gesetzt und mitgemalt. Aber es gab eh noch viel mehr in Suzhou zu sehen, dass die Zeit ohnehin knapp war.

Garten des bescheidenen Beamten

Auf den Geschmack gekommen? In meinem China Blog findest du noch mehr Inspirationen für eine Reise nach China!

Garten des bescheidenen Beamten

Wieviel Geschichte in Suzhou steckt, zeigt sich auch hier: Seit fast 900 Jahren existiert an dieser Stelle ein Garten, der durch viele Hände ging, bis diesen im 16. Jahrhundert ein hochrangiger Beamter zu seinem Altersruhesitz erkor und dem Garten seinen Namen verlieh. Heute ist der Garten des bescheidenen Beamten in staatlichem Besitz, UNESCO-Weltkulturerbe und einer der schönsten Gärten Chinas.

Garten des bescheidenen Beamten

Shantang Street: Eintauchen in das Alte China

Bei Temperaturen um die 35 Grad (ja, es kann sehr, sehr heiß werden!) und gefühlten 100 Prozent Luftfeuchtigkeit ist eine Bootsfahrt immer eine willkommene Abwechslung, erst recht in Suzhou mit seinen malerischen Kanälen. Wäscheleinen, die im Wind flattern, Kinder, die begeistert den fremden Touristen zuwinken (als westlicher Besucher ist man in Suzhou immer noch etwas Besonderes) oder heimliche Einblicke in fremde Küchen: Meine Augen wußten gar nicht, wohin sie zuerst schauen sollten.

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Auch zu Fuß war die Shantang Street (Shāntáng Jiē) das China, was ich suchte: Rote Lampions, kleine Häuser mit altem Holzgebälk – und überall entspannte, freundliche Gesichter. Auf 7 Meilen findet man hier alles auf einmal: Touristenkram, Kultur, Geschichte, Imbisse und Cafés mit allerlei exotischen Köstlichkeiten und tatsächlich echtes Straßenleben. Biegt man in die etwas verlasseneren Gassen ab, so findet man sich schnell in lokalem Treiben wieder, ganz ohne Touri-Gedöns. Ein echtes Erlebnis.

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou
Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Pingjiang Road: Teehäuser, Kanalboote und Nightlife

Noch mehr authentisch-chinesisches Flair findet sich auf der Pingjiang Road (Píngjiāng Lù), ähnlich der Shantang Street eine Straße mit vielen Geschäften und Restaurants. Hier ist es noch ein klein wenig lauschiger als auf der Shantang Street. Die Boote sind kleiner, die Brücken noch ein wenig hübscher.

Pingjiang Road Suzhou

Mein Highlight war das Teehaus, ein kleines Café am Kanal, mehr Holzverschlag als Haus, bei dem wir bei einer Tasse Tee dem 80jährigen(!) Herrn Wang lauschten, der uns in kleiner Runde original Pingtan Musik vorspielte. Chinesischer konnte es kaum werden! Die Pingjiang Road ist übrigens auch abends sehr belebt und ein schöner Nightlife-Spot in Suzhou.

Pingjiang Road Suzhou

Pingjiang Road Suzhou

Interessiert Dich China? Hier findest Du noch mehr Artikel über China!

Suzhou Oper im Garten des Meisters der Netze

Überhaupt spielt Musik wie alle anderen Künste eine große Rolle in Suzhou. Irgendwie liegen Kreativität und die Wertschätzung von Kunst und Kultur hier in der Luft, und es wunderte mich dann auch gar nicht, als ich erfuhr, dass Suzhou in China als „sehr elegante“ Stadt gilt. Fand ich treffend – und ich hätte vorher nie gedacht, dass ich einen Ort in China als elegant empfinden könnte. Für mich war China groß, voll und beizeiten rauh – aber diese Reise hat mir wieder einmal mehr gezeigt, wie unfair Vorurteile sein können. Plötzlich war China klein, pittoresk und warmherzig (hach, die Menschen!).

Sogar einen Opernabend würde ich hier jedem ans Herz legen, auch wenn man zu den Menschen gehört, bei denen Opern eher Fluchtreize auslösen. Oder wo schaut sonst man sich eine Oper in einem der schönsten Gärten an?

Suzhou Oper

Im Garten des Meisters der Netze gibt es jeden Abend eine Vorstellung einer Kunqu Oper. Die Oper besteht aus mehreren Teilen: Komödie, Gesang, Musik und Tanz. Das Besondere: Jeder Teil wird an einem anderen Ort innerhalb des Gartens aufgeführt, so dass man zwischen den einzelnen Darbietungen im Garten entlang spaziert.

Suzhou Oper

Suzhou Oper

Echte chinesische Seide: Ein Besuch in der Seidenfabrik

Suzhou ist bekannt für seine Seide – und die Region bildete seit jeher das eine Ende der Seidenstraße, von wo aus das schöne Stöffchen seinen Weg in die Welt fand. Die Seidenfabrik, die ganz bescheiden No.1 heißt, steht daher bei vielen Touren durch Suzhou auf dem Plan. Das sollte man sich vorher gut überlegen – denn was viele nicht bedenken: Hier kann man den Produktionsprozess (zumindest einen Teil davon) beobachten. Das heißt eben auch: Raupen beim Krabbeln zusehen. Und später wird es noch weniger etwas für schwache Gemüter, denn der Seidenfaden wird aus dem Kokon der Seidenraupen gewonnen. Um diesen nicht zu beschädigen, werden die Kokons inklusive Raupen in kochendes Wasser geworfen. Muss man mögen.

Seidenraupen Suzhou

Seidenfabrik Suzhou

Seidenfabrik Suzhou

Seidenfabrik Suzhou

Ich persönlich habe eh eine Affinität zu Stoffen (ich hatte ja tatsächlich mal einen Stoffladen in Berlin) und Seide sowieso (den Part mit den gekochten Raupen verdränge ich immer ganz gern), daher fand ich den Besuch an sich interessant. Leider wird der Produktionsprozess nur verkürzt dargestellt (es wird hier nicht gewoben oder gefärbt), und kurz nachdem man dem Spinnen der Fäden zugeschaut hat, steht man auch in einer riesigen Verkaufshalle mit Bekleidung aus Seide für (fast) jeden Geschmack. War nicht meins, aber ich habe mich hinterher doch ein bisschen geärgert, nicht bei der Meterware gestöbert zu haben. Für alle SchneiderInnen also: In Suzhou Seide nicht vergessen!

Seidenfabrik Suzhou

Suzhou Museum

Das Suzhou Museum fällt vor allem durch seine Architektur auf – irgendwie kantig und so gar nicht traditionell chinesisch. Entworfen wurde es vom chinesischen Star-Architekten I.M.Pei, der u.a. auch die berühmte Glaspyramide im Innenhof des Louvre und das Museum für Islamische Kunst in Qatar geplant hat – und er ist in Suzhou geboren und aufgewachsen.

Suzhou Museum

Suzhou Museum

Hier findet sich ein Abriss der langen Geschichte Suzhous in Form von Kunstwerken und Artefakten, von Kalligraphie über Porzellan bis Kunsthandwerk. Sehenswert, aber vielleicht nicht unbedingt für jeden interessant. Was aber wirklich faszinierend ist, ist der Umgang der größtenteils chinesischen Besucher mit der Ausstellung: So viele Jugendliche, die sich so intensiv für Geschichte interessieren und sich vor lauter Wissensdurst die Nasen an den Vitrinen platt drücken, habe ich in deutschen Museen noch nie gesehen.

Suzhou Museum

Das neue China: Ein Buchladen und die „Hose“ von Suzhou

Außerhalb der weitläufigen Altstadt sieht Suzhou ein bisschen mehr so aus, wie man sich chinesische Großstädte vorstellt. Über 10 Millionen Einwohner hat die Stadt derzeit und so gut, wie sich Suzhou entwickelt, ist kein Ende in Sicht. Große Firmen produzieren und forschen hier. Die gute Verkehrsanbindung und die Nähe zu Shanghai sorgen dafür, dass Suzhou zu den aufstrebenden Städten Chinas gehört. Die Aufbruchstimmung zeigt sich auch in der mutigen Architektur im modernen Teil: Das Wahrzeichen des neuen Suzhous ist das Gate of the Orient (Dongfang Zhimen), der zweithöchste Wolkenkratzer in Suzhou. Am Jinji-See gelegen, soll es als Tor zum Osten fungieren – doch die Locals gaben dem Gebäude auf Grund der ungewöhnlichen Form liebevoll den Spitznamen „die Hose“.

skyline Suzhou

Überragt wird die „Hose“ vom Suzhou Supertower mit 450 Metern Höhe – und da fängt es langsam an, wirklich futuristisch auszusehen. Jedes Mal, wenn wir daran vorbeifuhren, konnte ich es kaum glauben, dass wir nur wenige Kilometer weiter auf kleinen Holzbooten über romantische Kanälen geschippert sind. Wie hier Altes und Futuristisches miteinander kombiniert wird, ist atemberaubend.

Im Suzhou Industrial Park gibt es weitere Beispiele für das moderne Suzhou: Das Suzhou Culture and Arts Centre ist ein gigantisches Kulturzentrum mit einem (kostenlosen) Museum für moderne Kunst, diversen Ausstellungsräumen, einem Musicaltheater und einem kleinen Vergnügungspark mit Riesenrad, Cafés und Restaurants. Bei gutem Wetter hat man von hier aus einen fantastischen Blick über den Jinji-See auf die Skyline von Suzhou.

Shopping in Suzhou – Einkaufen von Seide bis Designerkleidung

In Suzhou kann man Einkaufen bis zum Umfallen. Ich habe mir seit langem eine strikte No-Shopping-Policy auferlegt, an die ich mich meistens halte, denn sonst wäre ich bei den ganzen Reisen, die ich so unternehme, längst verarmt. Meine Souvenirs sind meine Fotos – aber an Orten wie Suzhou fällt es doch ganz schön schwer, sich zu beherrschen.

Beliebte Mitbringsel aus Suzhou sind grüner Tee (Bi Leo Chun), Fächer in allen Formen, und jede Menge Kunsthandwerk wie Stickereien und Obstkernschnitzereien. Auf der Shantang Street und um die Pingjiang Road gibt es außerdem jede Menge kleiner Läden, die ziemlich hippes Kunsthandwerk verkaufen – nix mit langweiligem Tourikrempel!

Shantang Street Suzhou

Totshoppen können hätte ich mich auch im Chengpin Eslite, eigentlich eine riesige Buchhandlung. Mit schönen Buchhandlungen habe ich es ja eh, und diese hier ist eingebettet in ein topmodernes Einkaufszentrum mit unzähligen kleinen Designerstores. Normalerweise schrecken mich Shopping Malls ab, aber das Eslite hat mich sehr an Trendtempel wie das Terminal 21 in Bangkok erinnert! Zwischen den Stores gibt es immer wieder kleine Imbisse und Cafés, so dass man sich hier durch sämtliche Köstlichkeiten der Region probieren kann, wenn man sich an Streetfood nicht herantraut.

Eslite Bookstore Suzhou

Essen & Trinken in Suzhou

Essen kann generell in China ganz schön exotisch sein. Und mit dem China-Restaurant aus der deutschen Provinz hat es so gar nichts zu tun. Vegetarier haben es oft schwer, irgendwo ist dann doch Fleisch drin oder mit Fischsoße gewürzt. Fleischesser wie ich müssen mit den abgefahrensten Gerichten wie Entenzungen oder geschmorten Innereien klarkommen. Grundsätzlich wird bei westlichen Touristen schon darauf geachtet, nicht die allerungewöhnlichsten Gerichte anzubieten, aber auf Grund von Kommunikationsschwierigkeiten sollte man für alles gewappnet sein. Die Jiangsu-Küche (so heißt die Provinz in der Suzhou liegt) ist allerdings so ausgefeilt und variantenreich, dass ich mir oft gewünscht hätte, ich könnte noch mehr über meinen Schatten springen und Gerichte wie Schweineschnäuzchen oder Hühnerfüße probieren – nur leider bin ich da echt fies vor, wie man bei uns im Ruhrpott sagt. Denn wenn man schon Fleisch isst, ist es nur konsequent, das ganze Tier zu verwerten. Speziell die Küche in Suzhou ist ein wahres Paradies für Feinschmecker!

Shantang Street Suzhou

Shantang Street Suzhou

Vegetarier müssen aber nicht verhungern, es gibt auch hier jede Menge Exotisches wie Wasserspargel, Lotuswurzeln oder lila Süßkartoffeln. Nicht alles ist scharf, aber vieles fettig und durch die fremden Gewürze und das andere Klima braucht der eine oder andere Magen etwas, um sich an die neue Küche zu gewöhnen. Grundsätzlich aber habe ich in den ganzen Tagen so viel Neues und Leckeres probiert, dass ich mich gar nicht mehr an alles erinnern kann!

Gerichte werden immer geteilt, d.h. sitzt man in einer großen Runde, kann man noch viel mehr probieren!

Spezialitäten der Suzhou Küche, die Du probieren solltest:

Mandarin-Fisch – Früher oder später wirst Du ihn in Suzhou serviert bekommen, dieser speziell zubereitete Fisch ist DAS Gericht in Suzhou. Der Fisch wird komplett entgrätet, raffiniert in Form eines Eichhörnchens drapiert und dann frittiert. Zum Schluss kommt eine süß-saure Soße darüber, die süß-sauer für mich nochmal auf ein anderes Level gehoben hat!

Zhouzhang

Suzhou Nudeln – Nudelsuppe ist Nudelsuppe könnte man behaupten. Aber die frischen Nudeln bei Zhuhongxing in hausgemachter Brühe mit zartem Rindfleisch waren so göttlich, dass ich heute noch manchmal daran denke. Tipp: Nicht zu lange beim Essen staunen und genießen, denn die Nudeln saugen sich in der Schüssel so mit Brühe voll, dass der Nudelberg immer größer statt kleiner wird. Der Profi schlürft schnell! (Keine Angst vor Tischmanieren: Über der Schüssel hängen und laut schlürfen wird in China nicht so eng gesehen wie bei uns.)

Shantang Street Suzhou

Tangbao – Teigtaschen in allen Varianten dürfen nicht fehlen! Die Tangbao sind nochmal eine spezielle Sorte, die zusätzlich zu dem meist fleischhaltigen Inhalt mit Brühe gefüllt sind. Diese wird vorher mit einem Strohhalm herausgeschlürft, ähnlich der Xiaolongbao, die es im benachbarten Shanghai gibt.

Shantang Street Suzhou

Trau‘ Dich immer auch an das Streetfood! Manchmal kann es auch überraschend sein, wie das Teilchen rechts, was ich in einer Bäckerei gekauft habe. Lecker sah’s aus, so haarig paniert – aber was ich mir süß vorstellte, war letztendlich eine Panade aus fein gemahlenem Schweinefleisch. War nicht meins – aber probieren mag ich Fremdes trotzdem gern. Die Teigtaschen aber waren göttlich!

Unterkunft in Suzhou – Übernachten im Garten

Unsere Unterkunft in Suzhou hätte besser nicht sein können. Zentral gelegen, mit jeglichem Schnickschnack wie Pool und Tennisplatz ausgestattet und mit einem Frühstücksbüffet zum Niederknien war das Garden Hotel perfekt. Das Hotel besteht aus mehreren kleineren Gäste- und zwei Haupthäusern, eingebettet – passender konnte es in der Stadt der Gärten nicht sein – in eine wunderschöne, ruhige Gartenanlage. Wer sich etwas gönnen und dabei stilecht in Suzhou übernachten möchte: Absolute Empfehlung!
Garden Hotel in Suzhou buchen

Garden Hotel Suzhou

Anreise & Fortbewegung in Suzhou: Individuell nach China oder doch lieber Gruppenreise?

Suzhou liegt nur 80 Kilometer von Shanghai entfernt, und liegt direkt an der Schnellzugstrecke, die von Shanghai bis nach Peking führt. Ist man also ein paar Tage in Shanghai, ist Suzhou definitiv eine gute Wahl für einen mehrtägigen Ausflug: Mit dem Zug ist man innerhalb von 90 Minuten in Suzhou. Shanghai ist zwar sehr schön, ich persönlich finde aber Suzhou geschichtlich und kulturell gesehen viel reizvoller – und immer nur Mega-Großstadt kann auch sehr anstrengend sein. Zugfahren ist in China übrigens tausend Mal organisierter als ich dachte – allerdings kann es auch hier zu Verständigungsproblemen kommen, da Englisch nicht sehr weit verbreitet ist. Aber was wäre Reisen ohne ein bisschen Abenteuer?

Bahnhof Suzhou China Schnellzüge
Erst 10 Minuten darf man hinunter auf die Gleise, die Tickets sind personalisiert und die Identität wird an der Zugangskontrolle überprüft: In China hat beim Zugfahren alles seine Ordnung.

Wir waren in einer kleinen Reisegruppe unterwegs, und obwohl ich sonst in Asien immer individuell reise und alles selbst plane, war ich so manches Mal froh, einen Reiseleiter dabei zu haben, der vieles erklärt und zur Not übersetzen kann. Gerade weil die Region um Suzhou noch nicht besonders vertraut mit westlichen Touristen ist, wird nicht viel Englisch gesprochen und in den meisten Sehenswürdigkeiten gibt es keine Informationen in englischer Sprache, so dass einem vieles an interessanten Informationen verwehrt bleibt.

Komplette China-Rundreisen sind aber oft sehr teuer, und mal ehrlich, einen Flug nach Shanghai buchen und ein paar Tage dort verbringen schafft man zur Not allein. Für „exotischere“ Ziele wie Suzhou kann man aber bei China Tours einzelne Bausteine buchen, was ich wirklich nur empfehlen kann. Wir haben während unserer Reise durch mehrere Orte rund um Shanghai drei Reiseführer verschlissen, die allesamt höchst professionell waren, sogar sehr gut Deutsch (!) sprachen und zu jedem Thema absolut fundiertes Wissen vorweisen konnten. Gerade bei einem so komplexen Reiseziel wie China mit so viel Kultur und Geschichte, über die ich zugegebenermaßen vorher nicht besonderes viel wußte, war eine professionelle Begleitung Gold wert.

Zu den Reisebausteinen von China Tours

Ist man doch lieber individuell unterwegs, kann man vor Ort in Suzhou gut längere Strecken mit dem Taxi oder eine der Touristenbuslinien fahren. An vielen Stellen gibt es Leihfahrräder. Das U-Bahn-Netz wird gerade ausgebaut.

Suzhou – Meine Empfehlung

Suzhou hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich habe mich oft gefragt, warum es unter westlichen Touristen nahezu unbekannt ist. Gerade, wenn man Shanghai besucht, bietet sich ein Ausflug (Sportliche schaffen es auch in einem Tag) nach Suzhou förmlich an. Shanghai ist zwar faszinierend (wie ich schon 2016 erfahren durfte), dennoch fehlte mir dort immer ein wenig Patina. Mit einem Abstecher nach Suzhou lässt sich das gut ergänzen! Auch ist die Stadt wesentlich entspannter und überall wird man als exotischer Tourist aus dem Westen herzlich empfangen, das hat mir nochmal eine ganz neue Seite Chinas gezeigt.

***

Alle Artikel über China auf einen Blick:

Pingjiang Road Suzhou

Hinweis: Ich wurde von den Fremdenverkehrsämtern Suzhou und Nanjing sowie von China Tours auf diese Recherchereise ohne Verpflichtung zu Berichterstattungeingeladen. Vielen Dank!

Dieser Artikel enthält Affiliatelinks (Hotel & Buchtipp). Buchst oder kaufst Du über einen dieser Links, ändert sich für Dich zwar nichts am Preis. Aber mit der kleinen Provision, die ich erhalte, hilfst Du, diesen Blog am Leben zu halten. Und es ist ein bisschen Dankeschön für die ganze Arbeit, die hier drinsteckt, also: Danke! <3

Suzhou China bei Shanghai

Suzhou das alte China

This article is available in deDeutsch

Werbung
  1. Schöner Bericht! Aber Suzhou ist weder ein Geheimtipp noch bei westlichen Touristen unbekannt. Ich habe lange bei China Tours gearbeitet und ich glaube nicht, dass die sowas behaupten.
    Wenn Du wirkliche Geheimtipps für authentische Orte im Yangtze-Delta haben willst, dann frag mich!
    LG
    Ulrike

    1. Hey Ulrike,
      das mit dem Geheimtipp behaupte ich, nicht China Tours, und das auch noch vollkommen subjektiv, wie das immer so ist mit Geheimtipps: Was für den einen ein super Tipp ist, ist für jemand anderes ein alter Hut. :) Aber ich bin auch tatsächlich keine China-Expertin und als China-Spezialisten haben die Kollegen von China Tours noch sicherlich jede Menge mehr an wirklich ausgefallenen chinesischen Zielen auf Lager. Dass es westliche Touristen gibt, die Suzhou kennen, glaube ich dir gern. Allerdings habe ich vor Ort bis auf eine Handvoll tatsächlich keine anderen westlichen Ausländer gesehen :(
      Liebe Grüße,
      Tatiana

    2. Hi ihr beiden,

      Ulrike, du hast natürlich recht: Suzhou ist kein Geheimtipp für Leute, die sich mit China auskennen und das Land bereits bereist haben. Die Stadt nahe Shanghai ist natürlich vor allem bei Reisenden beliebt, die in Shanghai stoppen, um in Suzhou ein wenig in das traditionelle China einzutauchen. Und ja: Suzhou ist aufgrund der Nähe und guten Erreichbarkeit zu/ab Shanghai definitiv gut besucht, wenn nicht gar überlaufen – die Mehrheit an Touristen dort sind nach meinen Erfahrungen aber wie Tatiana schreibt zum Großteil Landsleute. Wenn man allerdings danach geht, dürfte man (fast) keinen Ort in China als wahren Geheimtipp bezeichnen, denn irgendwie war ich in China so gut wie nie alleine… Tourgruppen fallen über die meisten Sehenswürdigkeiten her, nachdem sie eine gewisse „Bekanntheit“ erreicht haben und von idyllischem Erkunden ist in China leider nur sehr selten der Fall…

      Jedoch ist es doch nach wie vor so, dass China und somit auch Orte wie Suzhou vielen westlichen Reisenden noch ziemlich wenig bekannt sind. Und genau für solche Leser ist der Artikel von Tatiana hilfreich und interessant. Klar, es ist immer subjektiv wie man Besuche in Orten wie diesen selbst empfindet und mit dem Wort „Geheimtipp“ wird manchmal etwas zu inflationär umgegangen. Ich persönlich würde Suzhou auch nicht als „Paradies auf Erden“ bezeichnen, denn dazu ist es mir dort definitiv zu voll und touristisch. ;)

      Jedoch finde ich diesen Artikel sehr schön geschrieben, toll bebildert und für Erstbesucher definitiv hilfreich.

      Liebe Grüße, Stefanie

      PS: ich hab für die Umgebung von Suzhou glaube ich tatsächlich einen „Geheimtipp“. Mal schauen, wann und ob ich den verrate… ;)

      1. Hey Stefanie,
        jetzt bin ich aber gespannt auf den „Geheimtipp“! Ich wollte auf deinem Blog schon mal recherchieren, aber dabei habe ich mich glatt in der Hülle und Fülle von so vielen tollen Texten und Bildern verloren, dass ich mir den nochmal in Ruhe von vorne bis hinten anschauen muss. Großes Kompliment!

        Wenn man aktuell in Shanghai wohnt wie Du, hat man bestimmt nochmal eine ganz andere Sicht auf die Gegend, das finde ich super spannend und ich freue mich sehr, dass du deine Eindrücke hier teilst! (Für alle, die hier mitlesen und auf der Suche sind nach mehr China, guckt doch mal auf Stefanies Blog, hier nochmal der Link: https://smile4travel.de )
        Das mit dem Paradies ist aus dem alten Sprichwort(?), dem man in Suzhou immer begegnet. Aber ja, ich sehe es genauso, bei dem Wort Paradies denke ich auch eher an Menschenleere :)

        Lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Sicht zu schildern!

        Viele Grüße,
        Tatiana

        1. Hi Tatiana,

          lieben Dank für dein Kompliment!
          Mein Suzhou-Artikel ist tatsächlich noch nicht online, wird aber bald folgen. :)
          In und um Shanghai gibt es so viel zu entdecken, dass ich manchmal gar nicht hinterher komme meine Eindrücke direkt zu verarbeiten. Denn meist steht direkt schon wieder der nächste Ausflug vor der Tür. :) Es bleibt auf alle Fälle spannend rund um meine China-Berichte und es lohnt sich ab und zu mal auf Smile4Travel.de vorbei zu schauen. ;)

          Wie hat dir China gefallen?

          Viele Grüße
          Stefanie

  2. Das liest sich sehr toll und inspirierend und die Fotos erst…auch wenn ich zugeben muss, dass ich da wohl tatsächlich so ein wenig meine Probleme mit der lokalen Küche hätte ,;). Ich bin übrigens eine von den Banausen, die von Suzhou auch erst durch einen Blogpost erfahren haben, ich hatte davor tatsächlich noch nie was davon gehört. Ich mag solche Orte gern, wo Traditionelles und (für mich fast schon) Futuristisches nebeneinander existieren, das hat mich schon in Seoul so beeindruckt.

    1. Jau, Seoul ist auch faszinierend! Eine ganz andere Welt und so spannend. Es gibt einfach immer noch so viele Orte auf der Welt, die man nicht kennt, obwohl einem die heutige Informationsvielfalt anderes suggeriert. Bleibt noch viel für uns Banausen zu entdecken! :)

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed Instagram Feed
Mehr zum Thema
altstadt tiflis
10 Dinge, die man in Tiflis unternehmen kann: Tipps für die Hauptstadt Georgiens.