Route 66 Illinois: 8 Stopps für den Roadtrip auf der Mother Road der USA

route  historic brick road illinois

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Route 66, das ist eine jener Straßen, deren Mythos niemanden kalt lässt. Freiheit, Weite, pures Amerika – das kam auch mir als erstes in den Sinn, als wir in Chicago zu unserem Roadtrip auf der Route 66 durch Illinois aufbrachen. Route 66 und Illinois? Richtig, die berühmteste und älteste Ost-West-Verbindung der USA beginnt eben nicht an der Ostküste, wie ich fälschlicherweise immer dachte, sondern in Chicago, Illinois!

In diesem Artikel nehme ich euch mit auf unseren USA Roadtrip auf der Route 66 in Illinois – und ich kann vorab verraten: Nach so vielen wunderbaren Begegnungen auf unserem Weg durch Illinois wäre ich am liebsten einfach endlos weitergefahren wie Bob Waldmire, mein heimlicher Held der Route 66!

#1 Chicago: Der Beginn der Route 66 in Illinois

Die Route 66 beginnt tatsächlich mitten in Chicago gegenüber dem Art Institute Chicago, unweit der berühmten Skulptur The Bean! Auf der East Adams Street zwischen der Wabash Avenue und der Michigan Avenue befindet sich der Anfang der Route 66. Wenn man es nicht weiß, läuft man an dem diskreten Straßenschild, in den Hochhausschluchten von Chicago glatt vorbei! In der Nähe ist übrigens schon der erste Pflichtsstopp auf der Route 66:

lou mitchells chicago route illinois

Im legendären Lou Mitchell’s Restaurant, dem ältesten Diner der Stadt, kann man sich in originaler Vintage-Diner Atmosphäre auf den Roadtrip einstimmen. Das Essen ist typisch amerikanisches Diner-Food: Schwer und viel. Geschmacklich hat es mich nicht vom Hocker gerissen, aber die rustikale Atmosphäre hat alles wett gemacht.

Chicago ist übrigens eine der wenigen amerikanischen Städte, die mein Herz im Sturm erobert haben! Mehr über Chicago findest du in folgenden Beiträgen:

Facts über die Route 66:

  • 1926 eröffnet
  • Länge: knapp 4000 km
  • Anfang: Chicago, Illinois – Ende: Santa Monica, Kalifornien
  • zieht sich durch Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien
  • heute komplett durch Interstate Highways ersetzt, die parallel zur alten Route 66 verlaufen
  • viele Teile sind heute verlassen
  • in Illinois wurde rund um die Route 66 viel restauriert

#2 Joliet: Blues Brothers & Old State Prison an der Route 66 in Illinois

Echtes Roadtrip-Feeling schon wenige Autominuten später beim Verlassen der Stadt: die Weite des Mittleren Westen kommt schon ein wenig zum Vorschein. Die Route 66 in Illinois ist sowas von gespickt mit interessanten Sehenswürdigkeiten, dass der erste Halt nur 77km von Chicago entfernt ist. Joliet, Illinois, ist der Auftakt zu einer Reise voller Überraschungen und herzlicher Begegnungen: Die Route 66 lebt von ihren Geschichten!

Wie viele Geschichten die Old State Prison in Joliet wohl erzählen könnte? Das über 150 Jahre alte Staatsgefängnis, das bis 2002 noch in Betrieb war, ist nicht zu übersehen. Lange Zeit war der Zutritt verboten, die riesige Anlage verfiel.

Gefängnis Joliet Lost Place USA Illinois

Gefängnis Lost Place Joliet Illinois USA

Heute finden dort Events und Führungen statt. Fun Fact: Das Gefängnis diente in vielen Serien (z.B. Prison Break) und Filmen (Blues Brothers) als Kulisse. Die Zelle aus dem Film Blues Brothers kann sogar besichtigt werden.

Mehr über unseren Besuch in der Joliet Prison, kurz bevor das Gefängnis der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde:
Lost Place an der Route 66

Weitere Sehenswürdigkeiten in Joliet:

Im Joliet Area Historical Museum and Route 66 Welcome Center mit vielen Informationen zur Route 66 kann man sich perfekt auf die Fahrt einstimmen

Das Rialto Square Theatre von 1926 ist ein prachtvolles Theater, das auch tagsüber besichtigt werden kann.

Essen & Trinken in Joliet

Für einen Mittagsnack hielten wir in der MyGrain Brewery (man beachte das Wortspiel!), das sich im kürzlich restaurierten alten Bahnhof von Joliet befindet. Nicht-Fahrer und Bier-Liebhaber freuen sich über das im Haus gebraute Bier! Die kleine Brauanlage kann übrigens auf Nachfrage auch näher angeschaut werden, persönliche Führung inklusive: Wie überall in Illinois sind die Menschen unglaublich nett und aufgeschlossen!

Planst du eine Reise in die USA? Dann stöbere doch auch in meinem USA Blog mit vielen Tipps & Inspirationen!

#3 Wilmington: Gemini Giant & The Launching Pad

Kurz nach Joliet, in Wilmington, befindet sich der berühmte Gemini Giant! Der Gemini Giant ist einer der sogenannten „Muffler Men“, riesige Statuen, die als Werbefiguren für Geschäfte, Tankstellen und Lokale entlang der Route 66 genutzt wurden. Nebenan befindet sich das Launching Pad, ein ehemaliges Route 66-Lokal.

Nachdem es lange leer stand, haben die neuen Besitzer dort ein sehr charmantes Route 66 Welcome Center eingerichtet, in dem man mit Hilfen von vielen originalen Fotos und Exponaten in den Erinnerungen an die gute alte Route 66 schwelgen kann. Wie überall sind die Menschen hier stolz und erzählen gerne von ihrem Leben an der Route 66, so auch Launching-Pad-Besitzer Tully, der sofort mit seiner Begeisterung ansteckt. Für ein echtes Tourifoto tauchte dann zum Abschluss sogar noch der örtliche Sheriff auf, der sofort bereitwillig und fröhlich mit uns fotografieren ließ – die amerikanische Herzlichkeit ist einmalig.

#4 Pontiac: Route 66 Sehenswürdigkeiten, Street Art & mein Held Bob Waldmire

Pontiac hat zwar viel mit der Route 66 und Autos zu tun – dennoch leitet sich der Name nicht von der Automarke, sondern von einem Indianerhäuptling ab. Auf den ersten Blick eine etwas verschlafene Kleinstadt, dennoch gab es so viel zu sehen, dass wir hier fast einen kompletten Tag verbrachten! Was man sich in Pontiac anschauen sollte:

Route 66 Hall of Fame Museum

Im Route 66 Hall of Fame Museum machte ich Bekanntschaft mit der Geschichte um Bob Waldmire – den man in Instagram-Zeiten wohl am besten mit dem Hashtag #vanlife beschreiben könnte.

bob waldmire van pontiac illinois route
Der Van von Bob Waldmire: Ein absolutes Unikat!
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Auch innen noch im Originalzustand: Kreatives Chaos voller Route 66 Andenken.
bob waldmire van pontiac illinois route
Der ältere VW Bulli von Bob Waldmire, der auch im Museum zu sehen ist, schaffte es sogar in einen Pixar Film.

In seinem Van, der auf dem Hof des Museums besichtigt werden kann, fuhr er Zeit seines Lebens die komplette Route 66 von Illinois bis Kalifornien auf und ab. Er lebte einfach und im Einklang mit der Natur und verdiente Geld mit seiner Kunst. In mühevoller Kleinarbeit kritzelte er u.a. Route 66 Reiseführer, bis er im hohen Alter an Krebs verstarb. Sein Wahlspruch:

I didn't want to learn anything, so I became a traveling artist. Bob Waldmire, Route 66 Legende Klick um zu Tweeten

International Walldog Mural & Sign Art Exhibit

Die Murals der Walldogs, einer Gruppe von Street Art-Künstlen, sind in ganz Pontiac zu sehen. Eine interessante Ausstellung dazu ist im Route 66 Museum integriert. Das berühmteste Mural befindet sich an der Rückseite des Route 66 Museums: Nicht verpassen!

pontiac illinois route

Pontiac-Oakland Automobile Museum

Hauptsächlich wunderschöne Oldtimer aus der goldenen Zeit der Route 66, aber auch jede Menge Vintage-Flair. Wer noch etwas Zeit hat, sollte auch noch einen Blick in das Pontiac Automobile Museum werfen!

Dongbai International Airbrush Art School

Vor einigen Jahren kam Dong Bai, ein chinesischer Künstler, aus Peking nach Pontiac – und blieb, weil es ihm so gut gefiel. Heute gibt er in seinem Atelier Airbrush-Kurse, verkauft seine Bilder, malt aber auch Porträts, wie das des Bürgermeisters, der uns voller Stolz ob so viel Internationalität nach Ladenschluss Dongs Atelier präsentierte – er hat ja auch den Schlüssel, die beiden sind befreundet. Ganz easy ist das hier. Amerikanische Kleinstadtidylle pur – da geht einem das Herz auf.

Essen & Trinken in Pontiac

Bei Bernardi’s, schräg vom Livingston County Courthouse, gibt es Italienische Küche – amerikanisch serviert: Die Gänge sind breit, nicht ohne Grund, denn zum Hauptgang für mehrere Personen wird ein riesiger Klapptisch herangetragen, auf dem die riesigen Teller drapiert und zwischengeparkt werden. Portionen gigantisch.

Im The Cup and the Scone gibt es Kaffee mit Familienanschluss: Die Inhaber sind unglaublich herzlich, und wer mag, ist auch immer gern zu den regelmäßigen stattfindenden Spieleabenden eingeladen.

#5 Springfield, Illinois: Abraham Lincoln & die originale Route 66

Für Amerikaner ist Springfield sowas wie ein Wallfahrtsort der Moderne: Hier wirkte Abraham Lincoln, einer der beliebtesten US-Präsidenten überhaupt und Vater des modernen Amerika. Unter ihm wurde die Sklaverei abgeschafft! In Springfield gibt es aber nicht nur Abraham Lincoln Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern auch sonst hält die Haupstadt von Illinois (nein, es ist nicht Chicago!) viel Route 66- und Midwest-Flair bereit!

Lincoln Sehenswürdigkeiten in Springfield

Nicht verpassen sollte man Abraham Lincoln’s Haus und das Mausoleum (an der Nase der Lincoln-Statue davor zu reiben, soll Glück bringen!) Im Abraham Lincoln Presidential Museum erhält man einen sehr guten geschichtlichen Überblick (das Kino besuchen – sehr faszinierend!).

Springfield Illinois State Capitol

Original Route 66: Historic Brick Road bei Springfield

Etwas außerhalb von Springfield (Snell Road and Curran Road, Auburn, IL) befindet sich zwischen Maisfeldern noch ein original erhaltenes Teilstück der Route 66! Unglaublich, dass die Route 66 ursprünglich nur mit dicken Backsteinen gepflastert war. Das Stück ist übrigens befahrbar! Unbedingt anschauen für echtes Route 66 Feeling!

Essen & Trinken in Springfield

Außerdem wichtig: Platz lassen im Magen für Springfield’s berühmte Spezialitäten: Cozy Dogs und Horseshoe Sandwiches sind typisches Route 66 Essen!

Springfield Illinois Horseshoe Sandwich

Einen umfangreichen Guide für Springfield habe ich euch hier zusammengetragen:
Springfield: Zwischen Abraham Lincoln, Route 66 und Illinois Makern

#6 Pink Elephant Antique Mall in Livingston, IL: Vintage Shopping an der Route 66

Spätestens jetzt ist man wirklich im Route 66 Fieber – und da kommt ein Shoppingparadies wie die Pink Elephant Antique Mall gerade recht! Hier gibt es alles an Vintagezeug und Route 66 Memorabilia, was man sich nur erträumen kann. Alte Werbeschilder, Langspielplatten, Möbel… die Liste ist endlos. Ich habe dort eine funktionstüchtige, pastellfarbene Schreibmaschine zum Schnäppchenpreis erstanden (Die verwunderten Blicke der Security-Mitarbeiter am Flughafen, als ich meine Schreibmaschine neben dem Macbook auf das Laufband packte, waren Gold wert!).

pink elephant antiques mall livingston illinois

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#7 Cahokia Mounds: Ein präkolumbisches Rätsel

Lange blieben die Cahokia Mounds unentdeckt. Man wunderte sich einfach nicht über die gleichmäßigen, hohen Hügel in der ansonsten flachen Landschaft! Waren sie ja schon immer da. Bis Archäologen in den 1960er Jahren hier eine der größten präkolumbischen Städte nördlich von Mexiko fanden: Tausende Menschen lebten damals in Cahokia! Die Bedeutung der Hügel, der Cahokia Mounds, ist bis heute nicht vollständig geklärt, die flachen Hügel dienten zum Teil als Baugrund für herrschaftlichere Behausungen, aber auch Begräbnisstätten. Mehr Infos gibt es im nahegelegenden Museum!

cahokia mounds historic site illinois

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#8 Alton: Berühmte Männer & die größte Ketchup-Flasche der Welt

Letzte Station an der Route 66 in Illinois! Für seine Größe hat das kleine Alton am Mississippi (ja, hier fühlt es schon richtig nach Südstaaten und Mississippi-Flusskreuzfahrten auf Raddampfern an!) schon jede Menge berühmte Söhne: Der eine, Miles Davis, war zwar recht klein, aber einer der größten Jazz-Trompeter der Welt und der andere, Robert Wadlow, war mit 2,72m tatsächlich der größte je lebende Mensch der Welt. Noch größer allerdings ist die größte Ketchup-Flasche (oder wie man hier sagt: Catsup) der Welt! Die Wassertürme sind typisch für den Mittleren Westen der USA und eine damalige Ketchup-Fabrik in Collinsville baute ihren einfach in Form einer Ketchup-Flasche!

Alton Illinois Route

Übrigens: Alton wird von vielen als spritueller Ort angesehen. Mark Twain bezeichnete Alton einmal als düstere Kleinstadt am Mississippi! Hohe Kriminalität und die Wirren des Bürgerkrieges (in der Region verlief die Grenze zwischen Norden und Südstaaten) taten ihr übriges. Von düster ist heute nichts mehr zu sehen – aber man kann sich heute mittels einer geführten Tour auf die Spuren des „Haunted Alton“ begeben. In der McPike Mansion werden Führungen und Geisterbeschwörungen angeboten – hört sich skurril an, aber spätestens im atmosphärischen Gewölbekeller fand ich, dass man die besondere Energie des Hauses nicht abstreiten kann.

Buchtipp: „Haunted Alton“ von Troy Alton

Essen & Trinken in Alton

Fast Eddie’s Bon Air Ob für feucht-fröhliche Junggesellenabschiede oder ein gemütliches Nachmittagsbier: Das Fast Eddie’s Bon Air ist eine Institution! Das Essen ist gut günstig und die Bierauswahl riesig.

Fast Eddies Bon Air Alton Illinois

Gentelin’s on Broadway Das Kontrastprogramm für den Abend: Das Gentelin’s on Broadway bietet feine Küche und die besten Cocktails, die in einem Mini-Shaker am Tisch serviert werden.

Übernachten in Alton

Für Alton habe ich einen ganz besonderen Tipp: In der Beall Mansion übernachtet man in einer eleganten Stadtvilla, liebevoll eingerichtet und bei bester Verpflegung. Ein indivuelles Spa-Programm mit Massage kann ebenfalls gebucht werden. Absolute Empfehlung für das romantische Flair und gelungener Abschluss eines aufregenden Roadtrips!

Hier Zimmer in der Beall Mansion buchen

Beall Mansion Alton Illinois

Beall Mansion Alton Illinois

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* Auf diesen Roadtrip durch Illinois wurde ich von Enjoy Illinois eingeladen.

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