Perhentian Islands. Der Inseltraum in Malaysia.

Immer härter schlugen die Wellen gegen die kleine Nussschale, in der wir saßen, und ich dachte mittlerweile daran, von wieviel Kameraequipment ich mich verabschieden musste, wenn die nächste Welle ins Boot schwappte oder gar schlimmer, wir alle aus dem Boot fielen. Angst um mein Leben oder zu ertrinken hatte ich komischerweise nicht. Das mag daran liegen, dass ich mich im Wasser immer sicher fühle und dank jahrelangem Schwimmunterricht in jungen Jahren  mich auch ganz gut darin bewegen kann (wenigstens eine Sportart, die mir leichtfällt!). Oder aber daran, dass die Überfahrt von den Perhentian Islands zurück zum Festland nur vierzig Minuten dauert und über ziemlich übersichtliche und gut befahrene Gewässer führt – irgendwer würde uns schon aus dem Wasser fischen, wenn alle Stricke reißen. Und mit Schwimmweste (die gab’s zum Glück) und bei 27 Grad Badewannen-Wassertemperatur könnte man es doch einige Zeit im Wasser aushalten. Die scheinbar raue See war ja auch nicht das Problem, sondern die nicht wirklich hochseetauglichen Böötchen, die als Wassertaxi oder Fährservice die Perhentians mit dem Festland verbinden. Auf einer großen Fähre hätte man wahrscheinlich nichts gemerkt. Aber die kommen erst gar nicht an die Perhentians ran. Denn einen Hafen gibt’s nicht. Asphaltierte Straße? Auch nicht. Busse? Autos? Nö. Nix von alldem. Und so liegen die beiden Perhentians, Perhentian Besar (die große Insel) und Perhentian Cecil (die kleine Insel), wie zwei verlorene Inseln vor der Küste Ost-Malaysias.

Tauchparadies Perhentians

Laut Lonely Planet sollen die Perhentians das fünftschönste Tauchrevier der Welt sein. Das wusste ich als Tauchbanause vorher gar nicht. Überhaupt war mir Tauchen immer suspekt. Wasser an sich ist zwar mein Element, aber dann richtig abtauchen, nur mit einer Sauerstoffflasche zum Atmen, und dann noch die Sache mit dem Druck! Nachher vertrage ich den Druckunterschied nicht, kriege Probleme mit dem Druckausgleich, meine Ohren spielen verrückt, ich drehe durch, mir platzt das Trommelfell, das sich nicht mehr erholen will –  und zack, hallo Fluguntauglichkeit forever. Ziemlich kacke als olle Flugbegleiterin, die eigentlich keinen Bock hat, auf ihre alten Tage nochmal umzuschulen. Okay, sehr dramatisch jetzt, aber so bin ich da halt mit Tauchen. Irgendwann in den letzten Jahren habe ich mich auf Koh Phangan ans Schnorcheln angenähert – und da dachte ich zum ersten Mal beim Anblick bunter Korallenriffe und süßer Fischchen: Tauchen wäre vielleicht doch was.

Aber es brauchte noch einmal Schnorcheln auf den Perhentians, um mir wirklich sicher zu sein – ich komme wieder, und dann mit mehr Zeit zum Tauchen! Leider habe ich unter Wasser keine Bilder gemacht. Dafür habe ich die schönsten in meinem Kopf, und das ist ja auch was wert: Auf unserem Schnorchelausflug haben wir so ziemlich alles an Unterwasserleben gesehen, was die Riffe direkt an Perhentian Besar zu bieten haben: leuchtende Clownfische, riesige und unfassbar schnelle Meeresschildkröten und anderthalb Meter lange Haie. Und da gerade Saisonende war, waren wir eh nur zu dritt auf dem Boot – man hatte auch nicht das Gefühl, überfallartig die Unterwasserwelt zu stören, sondern konnte sich einfach an der Natur erfreuen. Leider heißt Saisonende auch beginnende Regenzeit, und so war das Wetter nicht mehr ganz so strahlend und unser Guide versicherte uns, dass das für mich schon spiegelglatte Wasser in der Saison noch glatter, klarer und überhaupt toller wäre. Das muss ich mir wohl doch nochmal selbst anschauen. Denn sogar mit schlechtem Wetter waren die Perhentians doch schon ganz schön beeindruckend.

Perhentian Kecil oder Perhentian Besar? Große oder kleine Insel?

Die Wassertaxis fahren beide Inseln an, und auf Grund der beschränkten Kapazitäten vor Ort bietet es sich auf den Perhentians entgegen der allgemeinen Reisegewohnheiten in Südostasien an, sich schon im voraus um eine Unterkunft zu bemühen. Relativ teuer ist es auch, Malaysia ist sowieso nicht das Unterkunftsparadies Thailand, aber hier auf den Inseln ist Übernachten nochmals etwas teurer. Dazu kommt auch, das man sich essenstechnisch nicht wirklich selbst versorgen kann, außer ein paar kleinen resorteigenen Buden mit Chips und Kräckern habe ich nicht viel gesehen. Einsame Insel halt. Ich hatte übrigens ja das Vergnügen, Unterkünfte auf beiden Inseln zu testen. Eigentlich war ich ja nur auf Perhentian Besar und habe einen Tag Bekannte auf der Nachbarinsel Perhentian Kecil besucht – und gemerkt, das das mit den Wassertaxis, die die Insel verbinden, gegen Saisonende gar nicht so einfach ist. Oder auch mal komplett nicht funktioniert, weil der Wellengang zu hoch ist. So habe ich dann eine ungeplante Nacht auf der anderen Insel einlegen müssen – mit nix als meinem Strandbeutel. Aber so entstehen ja die schönsten Geschichten, nicht wahr? Jedenfalls hat die spontane Strandparty unter Einheimischen mit ein paar verlorenen Touristen wie uns, die jetzt schon eindeutig in der Minderheit waren, es wieder rausgerissen. Und ein bisschen Abenteuer im Paradies ist nie verkehrt.

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Also Unterkünfte: Unbedingt vorher auskundschaften und reservieren. Und dann entscheiden: Eher Ruhe und familienfreundlich? Dann Perhentian Besar. Oder eher Hippiestyle und Backpacker-Atmo mit gelegentlichen nächtlichen Feuershows am Strand bei billigem Fusel aus der improvisierten Kühlbox-Strandbar? Dann Perhentian Kecil. Mir hat übrigens beides gefallen.

Grundsätzlich sind aber beide Inseln sehr ruhig, es gibt nicht viel außer Strand, Schnorcheln und Tauchen – Essen gehen beschränkt sich meist auf die resorteigenen Lokale, die aber frei zugänglich sind. Und leider nicht besonders gut, wie ich fand. Aber wahrscheinlich war ich einfach nur noch verwöhnt vom Foodiehimmel Georgetown, wo ich vor den Perhentians war.

Anreise auf die Perhentians

Die famosen Wassertaxis bringen einen also vom Anleger in Kuala Besut auf die Inseln. Kommt man mit dem Flugzeug wie ich, ist der nächste Flughafen Kota Bahru, der von Kuala Lumpur und Penang direkt angeflogen werden kann. Von dort aus braucht es noch eine circa einstündige Taxifahrt, um den Bootsanleger zu erreichen. Direkt am Gepäckband ist auch sofort ein Stand, der Taxitickets verkauft – gibt bestimmt auch noch günstigere Lösung, aber meist findet sich jemand, mit dem man sich ein Taxi teilen kann, und es kostet aus meiner Erinnerung heraus nicht die Welt. Flüge finden sich immer wieder auch spontan zu guten Preisen (und aus meiner subjektiven Sicht sicheren Airlines) auf Seiten wie Momondo* oder Opodo*.

Unbedingt zu beachten ist die Saison auf den Perhentian Inseln, die von März bis Oktober geht – ich war gegen Ende Oktober dort und während die Hinfahrt noch okay war, war die Rückfahrt mit dem Boot doch schon um einiges abenteuerlicher wie oben beschrieben. Außerhalb der Saison schließen alle Resorts und es wird monsuntechnisch ungemütlich – die Perhentians sind also kein Ganzjahresparadies. Aber ansonsten: Ein absoluter Inseltraum!

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