Masada bei Sonnenaufgang: Spektakuläres Highlight in der Judäischen Wüste in Israel

„Du willst Dir den Sonnenaufgang in Masada ansehen? Wundere Dich nicht, die Straße dorthin ist komplett unbeleuchtet, aber das ist schon okay so. Fahr einfach weiter, auch wenn es dunkel ist.“ Gut, dass die mir die nette Rezeptionistin in Arad noch diesen Hinweis mitgegeben hat, als ich sie nach dem Weg zur Festung Masada in der Judäischen Wüste fragte. Sonst wäre ich wohl nach den ersten Schildern, die vor „extrem gefährlichen Kurven“ warnten, sofort umgekehrt. So ganz allein um halb fünf morgens im Stockdunklen kurvige Wüstenstraßen entlang brettern und keine andere Menschenseele weit und breit – das war Abenteuer.

Die Straße von Arad nach Masada: Tagsüber tolle Aussicht, nachts stockfinster.

Sonnenaufgang in Masada: Ein Erlebnis für jede Israel Reise

Es gibt Orte auf der Welt, die besonders bekannt sind für ihre spektakulären Sonnenaufgänge oder Sonnenuntergänge – und Masada gehört zweifelsohne dazu. Nach der ellenlangen Fahrt durchs Nirgendwo war ich skeptisch, ob sich die ganze Tortur mit frühem Aufstehen auch wirklich lohnen würde. Zumal ich mit Busladungen von Touristen rechnete, die ebenfalls mit Ziel „Sonnenaufgang Masada“ unterwegs waren. Aber außer einer Handvoll Mietwagen, die mit auf dem Parkplatz standen, war auf der Ostseite der Festung von Touristen wenig zu sehen. 

Von der Festung aus kann man weit über das Tote Meer blicken.

Sonnenaufgang über dem Toten Meer

Das sah oben schon auf der Festung schon anders aus, die meisten Besucher hatten wohl den Weg über den anderen Aufstieg auf der Westseite genommen. Trotzdem: Das Gelände war nicht überfüllt. Eine beeindruckende Stille legte sich über das Areal, als alle auf den einen Moment warteten, an dem sich die Sonne hinter der gegenüberliegenden Bergkette langsam glutrot leuchtend empor schiebt. 

Sonnenaufgang über den Bergen in Masada
Unglaublich schön: Sonnenaufgang in Masada.

Rundherum nichts als ein karges Wüstengebirge, tief unter uns das Tote Meer, spiegelglatt und still – und plötzlich wurde alles von der auftauchenden, warmen Sonne erleuchtet: Einer der beeindruckendsten Momente meiner Israel-Reise!

Wüstenlandschaft Totes Meer und Judäische Wüste
Beeindruckende Mondlandschaft: Die Judäische Wüste am Toten Meer.

Geschichte von Masada – Historische Bedeutung

Die Festung von Masada hat eine bewegende Geschichte hinter sich. Im Jahr 73/74 nach Christus, während des jüdischen Krieges, wurde die Festung von den Römern belagert. Als die Einnahme durch die Römer immer näher rückte, töteten sich über 900 Bewohner der Festung selbst, um nicht in römische Gefangenschaft zu geraten. Seitdem gilt Masada als Symbol für das jüdische Bestreben nach religiöser Freiheit und Selbstbestimmung. Seit 2001 trägt Masada den Titel UNESCO-Weltkulturerbe. 

Archäologische Funde in Masada

Diverse Teile der Festung sind noch erhalten und wurden im Rahmen einer archäologischen Ausgrabung zugänglich gemacht. Man kann heute z.B. die Reste der riesigen Lagerräume oder der Badehäuser ansehen. Zudem zeigen Nachbildungen, wie der Wohnpalast von König Herodes ausgesehen haben muss: Front Row am Hang! Aufgrund der unwirtlichen Umgebung fragt man sich einmal mehr, wieviel Mühe es unter den damaligen Bedingungen gekostet haben muss, hier auf diesem Bergplateau eine solche Konstruktion zu bauen. 

Unten: Das Fundament des Palastes.
Front Row und unverbaute Aussicht: Der Palast von König Herodes mit Blick auf das Tote Meer.

Wie kommt man nach Masada? 

Im wesentlichen gibt es zwei Zufahrten nach Masada, einmal von der West-, einmal von der Ostseite. Der Weg von Osten schien mir wesentlich beliebter. Auf dieser Seite gibt es auch eine Seilbahn, mit der man zum Gipfel hinauffahren kann. Zum Sonnenaufgang allerdings muss man den sogenannten Snake Path hinauf laufen, das dauert ungefähr 45 Minuten. Außerdem soll es auf dieser Seite ein Besucherzentrum mit Shops und einem kleinen Museum geben. Diese Zufahrt ist näher zu Ein Gedi und zum Toten Meer. 

Die römische Belagerungsrampe vor Sonnenaufgang.

Ich bin von der Ostseite gekommen, die Straße von Arad aus ist bei Dunkelheit abenteuerlich. Dafür ist der Weg hinauf zur Festung kürzer. Über die römische Belagerungsrampe (ja, so alt ist dieser Zugang!) geht es zwar steil, aber auch nur innerhalb von 15 Minuten rauf auf die Festung. Auf dem Rückweg nach Arad hat man unvergessliche Aussichten auf die Judäische Wüste – und kann unterwegs noch süße Kamele streicheln (Achtung, es folgt nun: Jede Menge herzenserwärmender Kamel-Content!), mit denen man eine Wüstentour unternehmen kann. Ab Arad (dem nächsten Ort) ist Masada ausgeschildert, so dass man nur der Straße folgen muss. 

     

Ausflüge nach Masada ab Jerusalem und Tel Aviv

Masada gehört zu den beliebtesten Tagesausflügen ab Jerusalem und Tel Aviv! Man kann sowohl Touren tagsüber, als auch Touren zum Sonnenuntergang buchen. Außerdem gibt es Anbieter, die eine Tour nach Masada mit einem Besuch am Toten Meer verbinden (auch sehr empfehlenswert!):

-> Tel Aviv: Tour zum Sonnenaufgang in Masada buchen

-> Jerusalem: Tour  zum Sonnenaufgang in Masada buchen

Tipps zur Anreise & Unterkunft

Grundsätzlich war ich nicht besonders von der archäologischen Ausgrabung fasziniert, außerdem wurde es auch recht schnell heiß, Sonnenschutz und Kopfbedeckung sind empfehlenswert. Immerhin ist es ein Bergplateau mitten in der Wüste und die Sonne scheint erbarmungslos. Ich würde daher immer den Besuch zum Sonnenaufgang empfehlen – das ist ein wirklich unvergessliches Erlebnis! Meine Tipps für einen tollen Besuch findest Du hier: 

Wenn ihr mit dem Mietwagen unterwegs seid und nicht so gerne mitten in der Nacht aufsteht wie ich, könnt ihr euch am Vorabend in der Nähe eine Unterkunft suchen. Dann klingelt der Wecker nicht ganz so früh. Meinen Mietwagen habe übrigens über cardelmar bei Sixt in Tel Aviv gebucht, die haben sowohl eine Filiale sehr zentral im Hilton in der Stadt als auch eine am Flughafen. So konnte ich den Wagen ohne viel Aufwand downtown abholen und nach meiner Tour nach Masada und dem Toten Meer gleich zum Rückflug am Flughafen abgeben. 

Ich habe in Arad im Inbar Hotel übernachtet. Kein Highlight, aber ordentlich – und entgegen der Bewertungen, die ich vorher überflogen hatte, erwartete mich ein herzlicher Empfang durch die goldige Rezeptionistin, die mich gleich mit vielen Tipps versorgte. (Netter Service ist in Israel leider nicht immer selbstverständlich.) Ungefragt gab’s dann noch einen Obstteller aufs Zimmer als Frühstücksersatz. 

Wollt ihr lieber auf der Westseite und von dort aus auf die Festung, weil es vielleicht eher auf dem Weg liegt, gibt es dort das günstige HI Massada Hostel, in dem viele Masada-Besucher übernachten. 

Mehr über Israel findet ihr auch in folgenden Artikeln: 

Jerusalem: Sehenswürdigkeiten und Highlights in der Heiligen Stadt
City of David:  Mein Geheimtipp für alle, die sich näher mit Kultur&Geschichte in Jerusalem beschäftigen wollen

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