Das war 2019.

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Übersicht

Nicht noch ein Blogger-Jahresrückblick! Das habe ich mir auch gedacht, vor allem, wenn das Reisejahr 2019 so schnarchend langweilig war. Worüber sollte ich einen Jahresrückblick schreiben. Irgendwie ist doch nichts Aufregendes passiert. Wo war ich denn schon, was man hier in einem Reise-Rückblick wichtig abfeiern könnte? Und blogtechnisch war 2019 doch auch ziemlich mau. Bis ich anfing, das Jahr 2019 wirklich einmal Revue passieren zu lassen. War ich nicht in China? In Brasilien? Habe für ein Image-Video in Salzburg Modell gestanden? Ach ja… Dann noch mal von vorn.

Januar

Das Jahr begann düster. Im Januar war ich auf einen Kurzbesuch in meiner Geburtsstadt Dortmund, die ich eigentlich meide, weil ich viele schöne, aber auch jede Menge unschöne Kindheitserinnerungen damit verbinde. Der Anlass für meinen Besuch war ein trauriger, und zusammen mit meiner Mutter nahm ich Abschied von einer der letzten schönen Erinnerungen, die mir geblieben sind. Ein aufwühlender Besuch. Als Erwachsener auf Orte zu schauen, die man größtenteils nur aus seiner Kindheit kennt, ist faszinierend und skurril zugleich. Und obwohl Dortmund objektiv gesehen bestimmt eine schöne Stadt sein mag, bin ich doch froh, dass mich das Leben noch an viele Orte geführt hat.

Zum Glück ging es im Januar schöner weiter: Winterwonderland in Salzburg. Glücklich über den frischen Schnee tobte ich durch Salzburg, Ich quetschte mich in einer Menschenmenge neben Rolando Villazón, während er mit mexikanischen Mariachis Mozart ein Geburtstagsständchen sang und wir verzweifelt versuchten, das auch noch zu filmen – das hat es leider nicht ins Video geschafft: Aber das komplette Resultat meines Besuchs zur Mozartwoche in Salzburg könnt ihr hier ansehen:

-> Zum Salzburg-Video

Mozartwoche in Salzburg

Wo man Mozart in Salzburg findet

Das älteste Hotel Salzburgs – und dabei ziemlich stylisch

Ach ja, und kurz in Barcelona war ich auch noch – Sonne tanken. Barcelona ist ja einer der Städte, die immer gehen. Und das sage ich, obwohl mein Verhältnis zur Stadt lange zwiegespalten war, nachdem ich mal Opfer einer der berüchtigten Taschendiebe in Barcelona wurde. Aber die Tage waren einfach so so schön, da ist das letzte bisschen an Groll verflogen.

Barcelona: Tipps für die Sagrada Familia

Februar

Im Februar war ich wieder dienstlich unterwegs, und bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass ich meinen Artikel über eines der bewegendsten Museen überhaupt gar nicht veröffentlicht habe. Die Hälfte ist nämlich leider verschütt gegangen, Backups sind nicht wirklich meins. Aber das Museum der zerbrochenenen Beziehungen in Zagreb war großartig, glücklicherweise konnte ich noch meine Kollegin dafür begeistern. Crewlife, wie es besser nicht sein kann. Und ansonsten das Übliche: Kaffeetrinken bis zur Insolvenz im teuren Dänemark, ein sonniger Tag in Linz, endlich mal das Foucaultsche Pendel von Gerhard Richter in Münster gesehen, bei Mädchentraum Ladurée Tee geschlürft und Macarons probiert (wieder bis zur Insolvenz, weil Luxemburg) und so megamässig gut in Poznan gegessen, dass ich die Kollegin, die uns das „Papierowka“ empfohlen hat, jetzt zu meinem heimlichen Restaurantguru für Overnights erkoren habe.

März

Irgendwie habe ich wieder ein paar Tage Mallorca dazwischen geschoben – und von Valldemossa bis Arta und Cala Ratjada die halbe Insel abgegrast. Die Dörfer noch halb im Winterschlaf, aber sonnig, und nicht so überlaufen wie im Sommer. Mag ich immer gern. Und Karneval gefeiert – wer hätte gedacht, dass Palma einen so großen und aufwändigen Rosenmontagszug hat? Sogar als Ruhrpott/Rheinland-Karnevalskind war ich beeindruckt. Auf der ITB bin ich gefühlt einmal um die halbe Welt gereist, nur um dann wieder halb Europa anzuschliessen, Kattowitz, Linz, Billund, das Übliche. Und weil ich schon mal so im Fliegen drin war, habe ich noch eine Bordgeschichte zum Besten gegeben und aus dem Nähkästchen geplaudert.

Aus dem Alltag einer Flugbegleiterin

Valldemossa Mallorca Tür Blumen Blumentöpfe Dekoration

Valldemossa Mallorca

April

Nach soviel Fliegen habe ich erstmal eine Auszeit unternommen: In Vietnam habe ich den Teil des Landes erkundet, den ich mir schon bei meiner ersten Vietnamreise angeschaut hätte, wäre ich da nicht zwischendurch vom Roller gefallen. Ende gut, alles gut, jetzt war eben der Süden Vietnams dran mit Saigon, den schwimmenden Märkte im Mekongdelta und meinem Highlight Con Dao. Unter Europäer noch relativ unbekannt, aber eine faszinierende Insel. (Artikel liegt noch in der Schublade, aber das will ich euch wirklich bald mal zeigen!)

Mein Travel Guide für Saigon

Street Food Tour durch Saigon: Auf dem Roller in die entlegensten Ecken

Durch das Mekong-Delta

Mekong Delta

Saigon Vietnam

Saigon Vietnam

Street Food Tour Saigon

Mai

Bei gutem Wetter fliegt es sich deutlich angenehmer, und der Monat Mai war wirklich ein schöner, harmonischer Monat mit viel netter Freizeit und einigen Neuentdeckungen: falls ihr mal in Leipzig einen guten Vietnamesen sucht: Bàtu in der Innenstadt! Absolut authentisch, und ich kann’s ja sagen, hatte ich doch den direkten Vergleich im Monat zuvor.

Die kleinen Dinge, die rühren: Im Mai gab’s von unserem Crewbusfahrer Maiglöckchen. Einfach so. <3

Juni

Im Juni war ich zu einer Reiseblogger-Konferenz in Jerusalem eingeladen (hui!) und, da ich schon mal da war, beschlossen, mir dieses Mal mehr von Israel anzusehen. Mein erster Besuch in Jerusalem war ja eher so semi-nett und ich wollte mir für den Fall, dass ich wieder nicht besonders begeistert bin, noch andere Orte ansehen. Jerusalem ist eine intensive Stadt, und auch beim zweiten Mal war es besonders. Fragen blieben. Aber noch einmal Zeit in dieser so geschichtsträchtigen Stadt verbringen zu können, war grandios. Ich habe wirklich so viele herzliche Menschen getroffen und Zeit mit wunderbaren Kollegen verbracht – sogar auf private Yachtpartys in Tel Aviv und Shabbatdinner bin ich ganz selbstverständlich eingeladen worden. Und die Idee, mir nach Jerusalem noch Tel Aviv und das Tote Meer anzusehen war definitiv eine gute: Leider hat mir das Sicherheitsprozedere rund um meine Ein-und Ausreise nach Israel jegliches Interesse genommen, noch einmal dort hinzufliegen. Sicherheitsmassnahmen sind leider nötig, das weiß ich aus meinem Beruf nur zu gut – aber ich bin bei der israelischen Hausairline wohl als sehr überprüfungswert eingestuft worden. Obwohl mich die Behandlung schon bei meiner ersten Reise negativ aufgefallen ist, war ich dieses Mal sprachlos. Niemals bin ich so entwürdigt in ein Flugzeug gestiegen, sowohl hin als auch zurück.

Mein Travel Guide für Jerusalem

Mein Travel Guide für Tel Aviv

City of David: Eine Stadt und ihre Geschichte

Die Festung Masada: Sonnenaufgang über dem Toten Meer

Baden im Toten Meer: Eine Anleitung.

Klagemauer Felsendom Jerusalem

Kurz darauf ging es aber schon nach China, Richtung Shanghai: Eine so facettenreiche Reise hätte ich nicht erwartet. Spätestens als wir in Nanjing auf dem ohnehin beeindruckenden Niushou-Berg sechs oder sieben Stockwerke im Tempel hinunterfuhren, nur um da noch pompöser empfangen zu werden, war klar: China kann ganz schön faszinierend sein.

Das bezaubernde Suzhou

Zhouzhang: Chinas Wasserstadt Nummer Eins

Zhouzhuang China Bootsfahrt auf Kanälen unter Brücken

Juli

Im Juli ging es weiter wie gewohnt: Ein bisschen Polen, ein bisschen Luxemburg und irgendwie ziemlich viel Mallorca. Ist auch einfach zu schön.

Eindrücke aus Valldemossa: Das schönste Bergdorf Mallorcas

August

Von mir aus hätte es auch noch den ganzen August mit Mallorca und Palma so weitergehen können, nur leider spielt das Leben manchmal anders. Krankenhausaufenthalte sind nie schön, besonders nicht in der eigenen Familie und besonders nicht zum wiederholten Mal dieses Jahr. Also packte ich spontan mein Köfferchen und flog von Palma aus nach Brasilia. Zum Glück war alles wieder gut, die anstehende Geburtstagsfeier war gerettet. Ich brauchte nach viel Aufregung und Familienchaos ein paar Tage Abstand und fand dafür einen Abstecher nach Rio perfekt.

Familiengeschichten: Wie alles in Brasilia begann

Mein Travel Guide für Rio: Die wichtigsten Basics

Allein als Frau in Rio: Wie gefährlich ist es?

Santa Teresa: Der derzeit hipste Stadtteil Rios!

Rio de Janeiro Sicherheit Tipps Allein Reisen Frau

Rio de Janeiro Sehenswürdigkeiten Zuckerhut Pao de Acucar
Vom Cristo Redentor aus gut zu sehen: Der Zuckerhut mit Seilbahn.

September

Dann grüßte im September wieder das Flieger-Murmeltier: Basel, Friedrichshafen, Paderborn, ein bisschen Polen. Das Übliche. Und irgendwie für meine Flugbegleiter-Verhältnisse tatsächlich nicht weiter spannend.

Oktober

Im Oktober brach ich dann zu einem Mutter-Tochter-Trip an die Amalfiküste auf. Erst Neapel, dann Capri, dann hinunter bis Salento. Und Himmel, war das überall voll! Trotz Nebensaison. Die Eindrücke waren trotzdem unvergesslich.

Roadtrip an der Amalfiküste: Tipps & Praktisches

Positano: Der Instagram Hotspot

Inselliebe: Wenn bei Capri die rote Sonne…

Mein Travel Guide für Neapel

Die beste Pizza in Neapel

Pompeji: Von Mumien und bissigen Hunden

Küstenstrasse Amalfitana in Italien

Zum krönenden Abschluss gab’s dann für mich noch ein Wellness-Wochenende in Bayern und ein Kochevent in Berlin, das mich im Handumdrehen nach Curaçao verfrachtete: Besser hätte dieser goldene und sonnige Oktober nicht enden können.

Wellness in Bayern: Ein Wochenende im Schloss Mariakirchen

Bücher Lounge Relaxen im Schloss

November

Der letzte Flieger-Monat. Das Erdbeben in Tirana knapp verpasst, dafür den albanischen Ministerpräsidenten samt Entourage von A nach B geflogen, im Baseler Casino aus geschenkten 5 Euro genug gemacht, dass sie das Frühstück für mich und meine Kollegin bezahlt haben und eine ganze Nacht zu Kizombamusik gerätselt, worin die Faszination des Glückspiels liegt.

Tirana, ein paar Tage vor dem Erdbeben

Tirana Pyramide Museum

Dezember

Eigentlich sollte es auf große Reise gehen, am Ende war es Berlin und ein bisschen Mallorca. Zu Hause ist eben auch schön – und eine gute Gelegenheit, die letzten Monate mal Revue passieren zu lassen, inmitten all der weihnachtlich-besinnlichen Stimmung.

Dieses Jahr ist mehr Lametta.

2019 – Warum war es also ein schlechtes Jahr?

Und siehe da, ganz so langweilig war das Jahr nicht. Und ich bin froh, diesen Rückblick doch noch geschrieben zu haben, auch wenn er nur für mich war. Sonst hätte ich mein Reisejahr womöglich ganz falsch in Erinnerung behalten. Blogtechnisch hat sich auch einiges getan, obwohl ich ständig das Gefühl habe, nicht genug zu tun, genug zu schreiben, genug zu bloggen. All die Ideen, die ich habe, und die dann doch irgendwo in der Warteschleife des Lebens verloren gehen. Die mir dauernd ein schlechtes Gewissen machen.

Was für ein Quatsch. Wenn ich um mich herumschaue, im normalen Leben, im Internet, in den sozialen Medien: Nichts ist mehr genug, vor allem nicht gut genug, es wird gemäkelt, bemängelt, geshitstormt. Für ein nettes Wort der Anerkennung fehlt oft die Zeit. Oder vielleicht haben wir es auch mittlerweile verlernt. Und dann bleibt nicht mehr zurück als ein Gefühl der Unzulänglichkeit, was, mal im Ernst, in 99% aller Fälle echter Bullshit ist.

So blicke ich zurück auf ein Reisejahr, das mir schöne Erlebnisse geschenkt hat, und ein Blogjahr, in dem ich produktiv war wie noch nie: Ich habe viel geschrieben, mein Blogdesign unzählige Male über den Haufen geworfen, etliche Google-Updates eines Besseren belehrt, in dem ich mich so lange in das Thema SEO eingelesen habe, bis es mir zu den Ohren rausquoll, und immens viel dazugelernt. Ich habe sowohl selbst mehr vor der Kamera gestanden, als auch angefangen, ernsthaft Porträts zu fotografieren. Wenn es keiner sagt, muss man es eben selbst tun, und so bleibt mein Vorsatz für das neue Jahr, mehr Positives in die Welt zu bringen. Die guten Dinge zu sehen. Und das auch mal mehr äußern.

Sich schlecht zu fühlen, obwohl alles gut war, ist doch bekloppt.
Das war übrigens 2018.

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