Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es ist zwar klirrendkalt, aber der Tag sonnig. Und es ist genau die richtige, leider viel zu kurze Phase, wenn das Herbstlaub noch in seiner vollen Farbenpracht von den Bäumen strahlt. Ob die Gärtner des Gyeongbokgung Palast in Seoul die Bäume danach gepflanzt haben? Fast sieht es so aus, denn diese fröhlich-warme Mischung aller nur erdenklichen Blätterfarben ist einmalig und zu schön, um nur Zufall zu sein. Oder es liegt einfach daran, dass die Palastanlage an sich sehr schlicht gehalten ist. Kein Prunk, kein Gold, kein zur Schau gestellter Reichtum. Und ziemlich viel Grau. Bescheidenheit ist wohl etwas Ur-Koreanisches.
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Tradition im Gyeongbokgung Palast in Seoul – oder: wie man umsonst reinkommt!
Dafür ist nicht nur das Blättermeer um den Palast farbenfroh, sondern auch seine Besucher: Viele junge Koreaner in den tollsten traditionellen Kostümen schwirren durch die Anlage, schiessen Selfies oder drapieren sich giggelnd vor ihren Kameras für das schönste Foto. Stolz lassen sie sich auch mit Fremden fotografieren, denn die Koreaner freuen sich wirklich von Herzen, wenn sich Touristen für ihre Kultur interessieren. Wer sich nun das mit dem Verkleiden ausgedacht und was es damit wirklich auf sich hat, weiß zwar niemand. Aber alle haben Spaß. Und freien Eintritt. Denn wer in Tracht erscheint, muss keinen Eintritt bezahlen! Allerdings wird das so gesparte Geld meist schon vorher in die Gebühr für einen der umliegenden Kostümverleihe investiert – aber was soll’s.
Ich habe übrigens auch keinen Eintritt gezahlt, ganz ohne Kostüm. Auf dem Weg zur Kasse kam mir eine Koreanerin entgegen und drückte mir eine zuviel gekaufte Karte in die Hand. Warum? Einfach so. „Take it as a gift. You look so nice. And enjoy Korea!“ und lief freudig davon. Was für ein nettes, fröhliches Volk. Echt.
Informationen zum Gyeongbokgung Palast
dienstags geschlossen
U-Bahn Linie 3 Gyeongbokgung
Eintritt 3000 Won (ca. 2,50€)
kostenlose Führungen auf englisch 11.00, 13.30, 15.30 (sehr empfehlenswert, da vor Ort sonst wenig Infos)
mehr Infos hier
Bukchon Hanok Village – ein altes Dorf aus der Joseon-Dynastie
In der Nähe des Palasts befindet sich auch das Bukchon Hanoi Village, ein kleines bergiges Viertel mit gut erhaltenen Häusern, das auf 600 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Trotz Touristenströmen ist es hier tatsächlich recht erholsam. An so ziemlich jeder Haustür hängt ein Schild, das um Ruhe bittet – und faszinierenderweise halten sich alle daran und ziehen schweigend und bedächtig durch die kleinen Gassen.
In den Gassen selbst gibt es nur wenig bis keine Restaurants, Geschäfte oder ähnliches. Aber ein Stückchen weiter unten finden sich nette, kleine Straßen mit den verträumtesten Cafés. Einkehren, Tee trinken, Zeit vergessen.
Informationen zum Bukchon Hanok Village
ca. 15-20 Minuten Fussweg vom Haupteingang des Gyeongbokgung Palasts
oder U-Bahn Linie 3 Anguk
Linktipps zu Seoul
Webseite des Tourismusbüros Seoul
Reiseführer Seoul englisch
Reiseführer Seoul deutsch
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