Ein bisschen werden sich die Dinge hier auf dem Blog ändern. Schon länger will ich mich mehr um den Blog statt um flüchtige Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram kümmern. Wieder zurück zu den Anfängen. Zu dem, was eigentlich einen Blog ausmacht. Also: Mehr schreiben. Mehr Bilder. Ein Blog als eine Online-Tagebuch. Es wird weiterhin Reiseberichte geben, aber eben auch Geschichten aus dem Alltag. Und über den Alltag. Über das Reisen an sich. Und über überhaupt so ziemlich alles. 

Nach meinem neunmonatigen Langstreckenabenteuer und den folgenden Nachwehen komme ich langsam wieder in meiner dienstlichen Normalität an. Neun Monate New York-Rio-Tokyo hatten ihre (unschönen) Spuren hinterlassen. Jetzt sind meine Ziele im Dienstplan wieder gewohnt unspektakulär – und nie zuvor fand ich diese Tatsache so angenehm. Reisen ist eben nicht so einfach, wie es einem mittlerweile Tausende Reiseblogs und Instagram-Accounts (ich nehme The Happy Jetlagger da nicht aus)  weismachen wollen. Und dienstlich reisen ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Und so fliege ich wieder wie in den letzten 18 Jahren auch mit Spielzeugfliegern an europäische Orte, die sonst keiner kennt und mit denen man im Bekanntenkreis eher Mitleid als Eindruck schindet. Aber das ist mir egal. Mit Geschichten aus New York-Rio-Tokyo kann man zwar andere sehr erfreuen, aber was nützt es, wenn das eigene Wohlbefinden dabei auf der Strecke bleibt. Ich war immer der Meinung, ich wäre nahezu für die Langstrecke und neiderweckende Ziele prädestiniert, weil ich so gerne unterwegs bin, so gerne reise, so gerne Exotisches kennenlerne. Aber auch mit knapp 40 Jahren hört das Lernen nicht auf und ich musste feststellen, dass ich im Herzen doch mehr Gelsenkirchen als New York bin, mehr Spielzeugflieger als A380. Zumindest, was mein berufliches Reise-Ich angeht. Glamour und große Namen sind eben nicht alles. Wie so oft im Leben versteckt sich hinter der glitzernden Fassade auch die Realität, die ganz anders ist. Ich brauche jedenfalls keine funkelnde Maske: Wahres Leben ist tausend Mal schöner statt ein dauernder Glitzer-Paillettenregen, in dem man sich selbst verliert.

Und wenn sich dann im Plan noch so klitzekleine Juwelen auftun wie der Tag letztens in Salzburg oder jetzt in Friedrichshafen freue ich mich umso mehr. Was viele Leute erstaunt und mich manchmal in eine Rechtfertigungsspirale drängt, warum ich denn nun lieber in Friedrichshafen als New York bin. Passt mir so gar nicht. Weil’s eigentlich egal ist, was die anderen denken.

Ein paar Tipps für Friedrichshafen:

Zeppelin-Museum – als Fliegen noch anders war: ein ganzes Museum rund um die Zeppelin-Luftschifffahrt, die in Friedrichshafen seinen Ursprung hatte
Dornier Museum – umfangreiches Luft- und Raumfahrtmuseum, das bald auch die vor kurzem zurückgeholte “Landshut” zeigt
Ravensbuch – schöne und gut sortierte Buchhandlung an der Promenade
noch ein Buchladen – für so einen kleinen Ort hat Friedrichshafen ganz schön viele goldige Buchläden; genau die Sorte, die anderswo bereits ausgestorben ist… hier habe ich das neue Buch von Katrin Bauerfeind* entdeckt und bin bis jetzt sehr angetan!
Akia – großes Café mit riesiger Schnittchenauswahl und Blick auf den Bodensee

*Affiliatelink (Was ist das?)

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