Auf dem Flug nach Aberdeen warnte mich ein Passagier: „Aberdeen ist wirklich eine sehr spezielle Stadt. Alles ist grau, die gesamte Stadt. Ich wette, Sie haben in ihrem Leben noch nie soviel Grau auf einmal gesehen!“ Ha. Von wegen. Als Ruhrpottkind bin ich mit grauen Städten und deprimierenden Umgebungen gut vertraut. Nicht, dass ich falsch verstanden werden, den Ruhrpott liebe ich bis heute heiß und innig – aber schön… schön is watt anderes. Mitten im Grau bin ich also aufgewachsen und Aberdeen soll noch grauer sein?

Aberdeen: The Silver City – Aberdeen, die silberne Stadt

Es kam, wie es kommen musste, unser Gast hatte doch tatsächlich recht. Alles, aber auch wirklich alles war grau. Sogar der Himmel. Fifty shades of grey live sozusagen. Irgendwie kommt so hoch im Norden Schottlands die Sonne im Herbst nicht wirklich zum Vorschein. War aber auch gar nicht schlimm, Aberdeen beeindruckt auch so.

Warum ist alles in Aberdeen grau?

Das ganze Grau, was einen in Aberdeen umgibt, ist nämlich in Wirklichkeit gar nicht so fahl grau. Die allermeisten Häuserfassaden sind nämlich aus Granit – wenn man näher rangeht, sieht man einen leicht silbrigen Schimmer, der umso schöner wird, wenn die (zugegeben seltene) Sonne draufscheint. Normalerweise würde man solche Gebäude niemals mit Granit bauen – das wäre viel zu teuer! Aber in der Nähe von Aberdeen befinden sich große Granitvorkommen, die in der Vergangenheit in der Region für viel Wohlstand gesorgt haben.

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Wie so oft blieb leider wenig Zeit, um die Stadt und vor allem die Umgebung so richtig zu erkunden. Da müssen wohl noch ein paar mehr Aberdeen-Übernachtungen her, am besten bei gutem Wetter! Rund um Aberdeen gibt es nämlich auch jede Menge zu erkunden, wie zum Beispiel das berühmte Balmoral Castle! Bei nächsten Mal… bis dahin hier meine persönlichen Tipps für Aberdeen:

Das Maritime Museum

Kein Wunder, dass Aberdeen ein megagroßes Seefahrtsmuseum hat. Neben Granit gibt’s hier in der Umgebung auch noch jede Menge  Öl vor der Küste! Und im Maritime Museum erfährt man so einiges über Schiffe, Ölförderung und die Geschichte Aberdeens. Mehr auf der Webseite des Museums: Klick.

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Friedhofsspaziergang an der St. Nicholas Kirche

Okay, normalerweise bin ich kein großer Fan von Friedhöfen. Aber dieser hier ist wirklich besonders. Alles auf diesem Friedhof ist über und über mit leuchtendgrünem Moos bewuchert – das einzig farbige in dem ganzen Aberdeen-Grau rundherum. Die Kirche steht übrigens mitten auf der Union Street, der großen Einkaufsstraße mitten im Zentrum. Wenn man eh gerade also zum Shopping unterwegs ist, kann man hier einen kleinen Spaziergang einlegen.

Shopping in Aberdeen?

In England generell liebe ich es ja, Klamotten einzukaufen – wenn man nicht gerade normal groß ist, ist die große Auswahl an Petite-Größen in so ziemlich allen Läden ein echter Traum! (Und von der Gourmet-Abteilung bei Marks&Spencer fange ich erst gar nicht an… ) Gibt’s auch alles in Aberdeen. Und für Fans von Jamie Oliver: Dies.

Tea time – der Five O’Clock Tea!

Ich bin absoluter Teetrinker, da gehört dann natürlich eine originale Teatime dazu. Am besten noch mit Scones, Marmelade und Clotted Cream. Mmh.

Tea with scones

Mehr über die Briten und ihren Tee findet ihr auf dem Britblog.

Warst Du schon mal in Aberdeen? Hast Du Vorschläge für meine nächste Aberdeen-Übernachtung? Immer her damit. (Und wenn hier Berliner mitlesen… wo kriege ich hier um Himmels Clotted Cream für ’nen echt britischen Fünfuhrtee her?)

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