Marmorberge

Echter Geheimtipp: Die Marmorberge (Marble Mountains) in Vietnam.

Das Highlight in Da Nang!

Wie gesagt, der Motorradtrip mit Duc über den Wolkenpass in Vietnam hielt so manche Überraschung für mich bereit. Alle paar Kilometer hielten wir an, und Duc erzählte mir eine Geschichte, zeigte mir die schönsten Aussicht oder lud mich einfach irgendwo zum Essen oder zum Kaffee ab. In Da Nang hielten wir dann plötzlich an einem Aufzug, der mitten im Nichts zu stehen schien. Aha. Schnell stellte sich heraus, dass der Aufzug hoch auf die Marmorberge führte. Für mich einer der absoluten Geheimtipps in Vietnam: Die Marmorberge bei Da Nang (besser bekannt unter dem englischen Namen Marble Mountains) haben mich wirklich beeindruckt und waren eine absolute Überraschung auf dieser Vietnam-Reise!

Marble Mountains Vietnam Da Nang
Die Marble Mountains bei Da Nang: Ein echter Geheimtipp in Vietnam.

Er würde nicht mit rauf, kauft mir jetzt aber ein Ticket und dann könnte ich ja wieder runterlaufen. (Was sich jetzt hier in einem Satz zusammenfassen lässt, war auf Grund Ducs fantastischem Englisch und meinem nicht minder fantastischem Vietnamesisch eine viertelstündige pantomimische Showeinlage.)

Die Marmorberge bzw. Marble Mountains in Da Nang: Eine absolute Überraschung!

Mehr brachte ich aus Duc nicht heraus, also fuhr ich einfach hoch. Wahrscheinlich waren die Marble Mountains nur eine öde Touristenfalle für ein paar Souvenirs aus Marmor, dachte ich, und suchte oben angekommen sofort den schnellsten Weg nach unten. Gar nicht so einfach – Schilder gab es nicht, ich wusste nicht mal, wo ich da gelandet war; und viele verschlungene Wege führten zu ein paar Tempeln und Buddhastatuen – aber nicht nach unten zu Duc.

Ein paar Touristen waren jedenfalls auch unterwegs, also war das hier wohl tatsächlich eine Art Touristenattraktion. Von einer der alten Damen vorm Tempel liess ich mir ein paar Räucherstäbchen aufschwatzen und genoss kurz die Stille, bis ich mich weiter auf den Weg nach unten machen wollte.

In meinem Vietnam Blog findest du noch viele andere Reiseberichte für deine Vietnam Reise!

marmorberge

Dank der fehlenden Beschilderung irrte ich ein wenig umher, bis mir ein paar Vietnamesen zwischen den dicht bewachsenen Wegen um den Tempel „here, here!“ zuriefen. Ich also einfach hinterher. (Hm. Als Alleinreisende sollte ich wohl an diesem naiven Reflex wohl noch etwas arbeiten – fremde Männer rufen „hier entlang“ und ich Schaf latsche einfach drauflos. Auch etwas leichtsinnig.)

Die Marble Mountains / Marmorberge in Vietnam: Höhlen ohne Ende

Der Weg führte hinter dem Tempel entlang und wurde dunkler und dunkler. Der ein oder andere Tourist irrte ebenfalls umher. Meine Neugier war geweckt. Plötzlich stand ich in einer riesig hohen und dabei dicht bewachsenen Höhle – und fühlte mich wie Indiana Jones. Was sollte das hier sein? Ich blickte kurz in die dunklen, schummrigen Ecken der Höhle. Da standen doch tatsächlich die schönsten Buddhastatuen. Einfach so.

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Vorsicht vor den „Tourguides“ in den Marmorbergen!

Statue Höhle Marmorberge Marble Mountains Vietnam
Düstere Atmosphäre: Viele der Höhlen in den Marble Mountains sind begehbar.

Leider konnte ich den Moment nicht ganz geniessen, einer der „here, here“-Männer hatte schon seine Chance gewittert, rannte auf mich zu und entriss mir meine letzten Räucherstäbchen, die ich eigentlich als Souvenir behalten wollte. Ich rannte hinterher, und was erst als versuchter Handtaschendiebstahl erschien, war wohl eher als Höhlenführung gedacht. „Here, to get lucky, get lucky!“ zündete mein neugewonnener Höhlenführer ein Räucherstäbchen an, drückte es mir in die Hand und bedeutete mir hektisch, es vor einer Buddhastatue einzustecken. „Buddha good, Buddha good!“ rief er schrill. Zeit zum näheren Hinsehen blieb mir nicht, denn mein Tourguide hatte schon längst das nächste Räucherstäbchen angezündet und scheuchte mich zur nächsten Statue. Wir müssen ein tolles Bild abgegeben haben; der offensichtlich mit zuviel aufputschenden Drogen abgefüllte angebliche „Tourguide“, der manisch mit mir von einer dunklen Ecke zur anderen rannte, und ich naives Schaf, dem die Situation langsam unheimlich wurde, sich aber trotzdem dafür entschied, die „Führung“ erstmal mitzuspielen, und hinter dem mit meinen Räucherstäbchen wedelnden Höhlenführer auf Speed hinterherrannte.

Zum Glück war meine Packung Räucherstäbchen bald komplett abgefackelt, die „Führung“ durch einen Teil der Marble Mountains war zu Ende, und ich drückte dem guten Mann ein paar Dong in die Hand, die er mir schon ganz selbstverständlich entgegenstreckte. In meine Hand nahm ich dann ganz schnell meine Beine, denn ich hatte wirklich Bedenken, ob ihm sein Trinkgeld reichen würde…

Nun denn. Wieder was gelernt. In den Marmorbergen muss man sich also vor rumlungernden „Tourguides“ in Acht nehmen.

Kletterpartie in dunkle Höhlen

Der Weg hinunter gestaltete sich allerdings entspannter, plötzlich tauchten riesige Touristengruppen auf – mir war jetzt nicht mehr mulmig zumute – und irgendwie hatte ich halbwegs eine Orientierung. Unterwegs entdeckte ich eine Höhle nach der anderen, große und kleine, manchmal so klein, dass man sie nur durch Klettern und Krabbeln erreichen konnte. (Ich empfehle gutes Schuhwerk!) Jede Höhle war ein Erlebnis für sich!

Infos:

  • Der Aufzug ist kostenpflichtig, genauer Preis ist mir entfallen – war aber nicht der Rede wert ;)
  • Die Marmorberge befinden sich relativ zentral in Da Nang, Reiseveranstalter bieten diverse Touren dorthin an.
  • Unbedingt festes Schuhwerk einpacken, der Abstieg ist nichts für Highheels, und die steinernen Treppen und Höhlen sind oft rutschig. 
  • Achtung vor vermeintlichen Tourguides (s.o.) und vor Verkäufern nach Verlassen des Berges. Sobald man die letzte Stufe hinter sich gebracht hat, heften sich diese sofort an Deine Fersen und wollen Dir erst ein nettes Gespräch und danach ihre Marmorsouvenirs unterjubeln.

Wenn Du nicht so wie ich nach Hoi An weiterfährst, kannst Du auch in Da Nang gut einen Zwischenstopp einlegen. Da Nang hat einen breiten Sandstrand mit einigen Strandbars – perfekt, um einen Tag auszuspannen. Außerdem wurde vor einiger Zeit die Golden Bridge in Da Nang eröffnet, ein echtes Kunstwerk, die sollte auch mit aufs Programm. Eine Übernachtung in Da Nang bietet sich also an, um die Gegend in Ruhe zu erkunden!

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Mehr über Vietnam findest Du auch hier: 

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Als Reiseführer für unterwegs kann ich folgendes Buch empfehlen:

Stefan Loose Vietnam*

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