5 Bücher für den Januar

Der Januar könnte so ein schöner Monat sein. Das Jahr beginnt, voller guter Vorsätze, voller Erwartungen, voller Pläne und Energie, für das, was in den nächsten 12 Monaten kommt. Ich liebe diese Aufbruchsstimmung, wäre nicht der Januar selbst. Kurze Tage, schlechtes Wetter mit wenig Sonne, dafür viel Regen, vielleicht auch mal Schnee, der in der Stadt nur kurz hält und sich umgehend in grauen Schneematsch verwandelt. Normalerweise verbringe ich genau aus diesen Gründen den Januar, meist auch schon den Dezember irgendwo da, wo die Sonne scheint. Ein Luxus, ich weiß, aber ich weiß auch, wie es mir gehen würde, würde ich es nicht tun. Ich bin eben ein Sonnenkind, und ohne Sonne geht nix. Dieser Winter war anders: Das Heimweh nach Berlin wurde größer als die Angst vorm kalten Winter.


Und so flüchtete ich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von Brasilien zurück nach Deutschland, verbrachte die Silvesternacht an Bord eines äußerst beschissenen Fluges (Notiz an mich: Gewisse Airlines sind an Bord nur zu ertragen, wenn man masochistische Vorlieben hat oder angetrunken ist. Ansonsten ist das nicht lustig, wenn man von der Flugbegleiterin mit der eigenen Decke fast erdrosselt wird – ja, es gibt nichts, was es nicht gibt!) und brachte mir als Souvenir noch eine fette Erkältung mit. Ich liebäugelte mit einer spontanen Südostasienreise, wie immer, wenn mir nach Sonne ist – aber dann erreichte mich eine unglaublich traurige Nachricht und ich tauschte Südostasien gegen eine Trauerfeier in meiner Geburtsstadt. Wie schnell das Leben Wendungen nimmt. Aber ganz klischeehaft war es auch eine Erinnerung daran, das Leben so gut wie möglich zu leben, mit Liebe, mit Freude, mit allem, was geht – zu kämpfen, auch, wenn es manchmal doof ist, zu geniessen, auch wenn es sich manchmal nur schwer einrichten lässt, und zu versuchen, sich ein gutes Herz zu bewahren.

Was mache ich also nun mit dem begonnenen Januar? Auf meinem Nachttisch stapeln sich ein paar Bücher, und wenn ich so nach draußen schaue, sieht hier in Berlin so ziemlich alles nach Lesewetter aus: Kerzen an, Decke drüber, Buch raus. Und ich glaube, die Chancen stehen gut, dass ich so einiges von meinem Nachttischstapel weglesen werde.

Tausche Wohnung gegen BahnCard* von Leonie Müller – Fliegen ist mein Busfahren, das haut mich berufsbedingt nicht mehr mehr vom Hocker. Dafür fahre ich (meist) mit Freude Bahn, das ist so herrlich unkompliziert. Die Autorin hier hat sich eine BahnCard 100 gekauft und wohnt ab sofort im Zug. Wäre auch mal eine Wohnalternative. Mal sehen, wie das funktioniert. 

Alle Guten waren tot* von Gerasimos Bekas – Aus diesem Grund kaufe ich am liebsten in kleinen Buchhandlungen ein, und ganz besonders in der bei mir um die Ecke. Da bekommt man immer noch die besten Buchempfehlungen. Wie diese hier. Ein griechischer Altenpfleger pflegt eine alte Griechin. Die schickt ihn auf Schnitzeljagd nach Griechenland. Sehr unterhaltsam. Und ich habe jetzt Bock auf Griechenland. 

Endlich abschalten* von Catherine Price – Eigentlich habe ich ja schon letztes Jahr damit angefangen, meine Onlinezeit bzw. meinen Konsum von sozialen Medien kritisch zu betrachten. Und mir einiges abgewöhnt. Das hat ganz gut getan, aber da ist bestimmt noch Luft nach oben. Mal sehen, was mir dieses Buch bringt – ein bisschen Digital Detox und zurück ins wahre Leben ist ja nie verkehrt. 

Luana* von Luiza Sauma – Ein junger Brasilianer aus einer wohlhabenden Familie in Rio schwängert vor dreißig Jahren das Dienstmädchen der Familie. Zieht danach nach London – und jetzt, Jahre später, holt ihn die Vergangenheit ein. Interessante Geschichte, vor allem für mich, weil sie brasilianische Wurzeln und aktuelles Leben in Europa vereint. Gerade in der momentanen politischen Situationen fühle ich mich gespalten wie selten – Brasilien und Europa sind eben doch sehr unterschiedlich. 

Frida Kahlo: Eine Biografie* von Maria Hesse – In Mexico City war ich damals auf der Langstrecke nicht nur Ballonfahren, sondern auch im Haus von Frida Kahlo in Coyoacan. Was mich sehr beeindruckt hat. Ein beeindruckendes Haus einer beeindruckenden Frau eben. Die Biografie von Maria Hesse ist zwar nicht immer ins letzte Detail wahrheitsgetreu, aber das muss sie auch nicht. Die wunderbaren Illustrationen und Geschichten sind auch so einfach schön anzusehen.

*Affiliatelink (Was ist das?)

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