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Ein Tag in Washington DC – Die wichtigsten Stopps!

In meinem Beruf gerät man an Orte, an die man freiwillig nie gekommen wäre. Trifft illustre, weniger illustre, beeindruckende und richtig bekloppte Menschen. Alles ohne Vorwarnung. Jedes Leg, jedes Layover ein Sprung ins kalte Wasser. Und Ereignisse der Zeitgeschichte nimmt man im Vorbeigehen mit:

Mit der Firma unterwegs zu sein, kann auch bedeuten, zu den kuriosesten Momenten der Weltgeschichte an Ort und Stelle des Geschehens zu sein.

Zum Beispiel, wenn man noch schlaftrunken und betäubt vom Frühdienst durch London läuft, sich noch kurz über die Menschen am Straßenrand wundert – und dann plötzlich die Queen winkend an einem vorbeifährt.

Oder, wenn man nach Ankunft im Terminal auf allen Großbildleinwänden die eigene Landung aus allen Perspektiven gezeigt wird – weil man den örtlichen Fussballklub an Bord hatte, der gerade eine ziemlich wichtige Trophäe nach Hause geholt hat. Was die gesamte Stadt in einen karnevalsähnlichen Ausnahmezustand versetzt. (Mich von meinem Fast-Ruhezustand nach dem langen Tag aber nicht abhält.)

Die Obamas ziehen um

En passant ein Stück Geschichte erleben. Das ist fast ein bißchen so wie in meiner Lieblingsserie Pan Am*,  in der Stewardessen in den 60er Jahren von New York nach Berlin nach Kuba nach Bangkok und zurück jetten. Und nebenbei so ziemlich alles an Zeitgeschichte vom kalten Krieg über die kubanische Revolution bis zu wilden Spionagegeschichten mitnehmen.

Die Realität ist zwar keine Fernsehserie, aber dennoch: Gerade jetzt in Washington zu sein, war spannend. Die Präsidentschaftswahlen waren gerade entschieden. Die Welt war noch in Schockstarre, während sich Comedians und Kabarettisten weltweit das Haar in goldene Wellen legten und sich die Hände rieben: Für die nächsten vier Jahre würde der Stoff für neue Programme nicht ausgehen.

Mieterwechsel im Weißen Haus

Zum ersten Mal stand ich vorm Weißen Haus und dann noch in dieser unwirklichen Zeit. Während draußen schon Bauarbeiter die Tribünen für die Festivitäten zusammenzimmerten, wurden drinnen garantiert Kartons gepackt. Armer Obama. Umziehen ist echt doof. Erst recht, wenn man sich so gar nicht mit seinem Nachmieter versteht.

Ich wünschte also den Obamas durch den Zaun in Gedanken alles Gute und fragte mich gleichzeitig, ob sie nicht vielleicht auch ein bißchen froh sind, wegzuziehen, denn das Weiße Haus sieht von außen irgendwie viel kleiner aus als ich mir vorgestellt hatte. Und gar nicht so pompös, wie es so einsam und verlassen auf einer grünen Wiese steht.

Washington und seine Architektur

Überhaupt ist das so eine Sache mit der Architektur in Washington. Ich kam gerade aus Brasília, der Hauptstadt aus der Retorte, also hatte ich den perfekten Retortenhauptstadt-Architektur-Vergleich. Ziemlich ähnlich, die beiden Städte.

Washington als Zentrum der Macht? Gar nicht mal sooo beeindruckend. Viel Möchtegern-Antike, viel freier Raum, viel Nichts. Ort, die man schon zig Mal im Fernsehen gesehen hat, das Kapitol, das Washington Monument, den überdimensionalen Lincoln Memorial Reflecting Pool, das Lincoln Memorial selbst.

Trotzdem irgendwie seelenlos. Da wird also Weltpolitik gemacht? Ich musste Pipi.

(Und das ist eigentlich immer die Stelle, an der es meist richtig interessant wird – wenn die Blase nicht so drücken würde.)

Keine öffentliche Toilette weit und breit auf der elend langen Mall. So nennt sich die Prachtstraße quer durch Washington gesäumt von dollen Institutionen und einigen der besten Museen der ganzen Welt. Aber ich wollte nur Pipi. Vielleicht in einem Museum? Eintritt frei, aha. Ziemlich ungewöhnlich. Hätte ich mich mal vorher besser informiert, wüsste ich jetzt, dass die meisten der staatlichen Museen in Washington umsonst sind.

Und so landete ich im Naturkundemuseums (Smithsonian National Museum of Natural History) – und was soll ich sagen? Spontan wieder was entdeckt!

Im Smithsonian National Museum of Natural History in Washington

Die Qualität der Ausstellung, die Art, Informationen aufzubereiten – einmalig. Freiwillige Helfer schmusten mit Spinnen und Käfern; überall war jemand bei Fragen zur Stelle. Nicht nur für Kinder ein Erlebnis.

Ich verliebte mich in den Schmetterlingsgarten. Trillionen von Schmetterlingen in Urwaldambiente – und das mitten in Washington.

 

Was wäre Reisen ohne den Zufall als Begleiter? 

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