Speed Sightseeing in Zagreb

Es geht nach Zagreb.

„Und? Ihr habt doch bestimmt immer viel Aufenthalt?“

Hm. Eher nein. Die Zeiten der tagelangen Layover auf der Kurzstrecke sind wohl vorbei. Die Aufenthalte werden kürzer, die Arbeitstage länger. Macht aber nichts; denn muss ich mich zwischen Schlafen, Essen oder Sightseeing entscheiden, nehme ich trotz allem die Sightseeingtour. Manchmal bleiben mir nur wenige Stunden, aber bei neuen Zielen ist dafür der Ansporn umso größer, innerhalb dieser kurzen Zeit vielleicht nicht die gesamte Stadt, aber zumindest doch einen Hauch derselbigen kennenzulernen. Das klappt eigentlich ganz gut. So gut, dass ich manchmal überfordert bin, wenn ich an einem Ort doch mal mehr Zeit habe. Und nicht durch die Stadt rennen muss wie Speedy Gonzales auf Amphetamin.

Pop beach bar in Zagreb, Kroatien

Zagreb ist wie eine Reise zurück in die Kindheit. Nicht, dass ich jemals dort gewesen wäre. Als Kind sind Orte Schall und Rauch. Ortsgrenzen und Entfernungen verschwimmen in der eigenen Erinnerung. Was bleibt ist ein diffuses Gemisch von Erlebnissen, Geschmäckern, Gerüchen. Tatsächlich war ich mal in Jugoslawien, zu der Zeit konnte man das noch sagen, das war der offizielle Name. Mit dem Auto fuhren wir los, immer Richtung Süden, mit Jugoslawien als fernes Ziel. Mit dem Auto, weil Fliegen damals nicht als Option in Frage kam. Zu abwegig der Gedanke, man könnte in den Urlaub fliegen – FLIEGEN! Nein, in den Urlaub FÄHRT man. Langsam rauschte eine Landesgrenze nach der anderen vorbei. Erst durch ganz Deutschland, durch Österreich und mit einem Schlenker durch Italien die Küste entlang hinunter bis nach Kroatien, dort, wo das Wasser besonders blau war und die Cevapcici so jugoslawisch schmeckten, wie in keinem Balkan-Grill im meinem heimischen Ruhrpott zuvor. Wochenlang ernährte ich mich von Pommes und Raznijci (Schweinefleischspieße frisch vom Grill) – eine Liebe, die mir ein Leben erhalten blieb. Frühkindliche Prägung eben. Wir blieben in Kroatien, in meiner kindlichen Erinnerung einen ganzen Sommer lang, fast ewig, und ich verliebte mich in das Land, das Essen und später in eine kroatische Jugendliebe. Kroatien und ich – das ist also unsere Geschichte.

Und obwohl ich also nie in Zagreb gewesen bin, war sofort alles wieder da. Der heiße Sommer, der Geruch nach Gegrilltem in den Straßen und diese ganz eigene Mischung von osteuropäischer Farblosigkeit und südländischer Lebensfreude.

Meine Tipps für einen Vormittag in Zagreb

Kathedrale in Zagreb

Rauf zur Kathedrale. Steht prominent mitten auf einem Berg in der Altstadt. Nicht zu übersehen – wer hätte gedacht, dass Zagreb eine solch riesige Kathedrale hat?

Eingang zur Kathedrale in Zagreb, Kroatien

Kathedrale in Zagreb, Kroatien - City Guide Zagreb auf thehappyjetlagger.com

Dolac Markt – Bauernmarkt

Ganz in der Nähe: der Marktplatz. Und der ist echt ein Erlebnis. Authentischer geht nicht. Säckeweise habe ich dort Obst und Gemüse eingekauft, zu Preisen, die fast schon unverschämt günstig sind und so frisch, als wären die sonnengereiften Kirschen gerade vom Baum gepflückt worden. War auch wahrscheinlich so, denn vieles scheint von den Erzeugern selbst zu kommen und wirklich alles schmeckt nach Sommer – und nicht nach holländischem Treibhaus.




Essen und Trinken in Zagreb

Vom Marktplatz aus ist die Bar- und Restaurantmeile Zagrebs nicht weit entfernt, neben den üblichen Lokalen mit rustikalem Balkan-Ambiente finden sich auch jede Menge neue Cafés und Bars – Zagreb ist jung, aufgeschlossen und wartet nur darauf, entdeckt zu werden.

Cookie Factory Zagreb - City Guide für Zagreb auf thehappyjetlagger.com
Hausgemachtes Eis in der Cookie Factory

Kunst in Zagreb

Im Art Pavilion in Zagreb gibt’s immer schöne Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst – gute Option für Schlechtwetter- Tage! Und wer auf Außergewöhnliches Lust hast, der besucht das Museum der zerbrochenen Beziehungen, eine Ausstellung mit Überbleibsel vergangener Lieben aus aller Welt.

Art Pavilion in Zagreb, Kroatien - City Guide Zagreb auf thehappyjetlagger.com

Literatur zu Zagreb

Wer mehr Zeit hat und auch die Gegend rund um Zagreb erkunden möchte, dem empfehle ich außerdem folgenden Reiseführer:

Reiseführer mit Samobor, Naturpark Zumberak, Marija Bistrica und dem Zagorje*

 

 

City Guide Zagreb auf thehappyjetlagger.com

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2 Comments

  • Der Dolac Markt ist echt cool! Die typischen roten Schirme machen ihn so hübsch:)Ich fand Zagreb so toll, dass ich direkt ein paar mehr Tage geblieben bin. Dabei habe ich festgestellt, dass man Zagreb nicht verlassen sollte, ohne das Museum der zerbrochenen Beziehungen, den Glockenturm und auch den schönten Friedhof Europas gesehen zu haben. Das war alles wirklich sehr beeindruckend.Liebe Grüße Nicole vom Reiseblog PASSENGER X
    • Danke Dir, Nicole. Vom Museum der zerbrochenen Beziehungen habe ich auch schon viel gehört - da muss ich beim nächsten Mal Zagreb unbedingt hin! Dauert aber wahrscheinlich noch etwas, weil ich die nächsten Monate sehr viel frei habe und eher nicht hinkomme :( Liebe Grüße, Tatiana

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