Kuala Lumpur {City Guide}: Top5 Sehenswürdigkeiten + 1 krasse Rooftop-Bar

Letztens landete ich doch tatsächlich in Kuala Lumpur, diesmal allerdings privat. Ganz spontan. Beruflich nicht mehr Langstrecke fliegen zu müssen, hat enorm viele Vorteile. Zum einen bin ich die glücklichste Flugbegleiterin überhaupt, weil ich nicht mehr mit Bauchweh zum Dienst erscheinen muss und arbeiten gehen wieder angenehm ist. Ein dreiviertel Jahr Langstrecke zu fliegen war rückblickend eine Grenzerfahrung in vielerlei Hinsicht. Zum anderen freue ich mich wieder richtig auf jede Fernreise! Die meisten Menschen können ja lange Flüge eher weniger ab, aber ich kann meistens richtig gut an Bord schlafen, wenn ich will. Und wenn nicht, dann chille ich: Musik auf die Ohren oder ‘nen schönen Film, den ich schon lange sehen wollte, mal in Ruhe die Trillionen Fotos durchschauen, die unterwegs so mache oder sich nur treiben lassen und so richtig mit Genuss reisen. Weit weg.

Malaysia, wo fängt man da nur an? Ich bin ja die beste Reiseplanerin überhaupt. Nicht. Während andere sich schon Monate vorher ausgeklügelte Routen ausgedacht und ganze Tage durchgeplant haben, weiß ich ungefähr mit Glück drei Tage vorher, in welche Richtung ich überhaupt aufbreche. Ich hasse Planen. Und so wusste ich über Malaysia auch nur das, was ich noch im Schnelldurchgang aus dem Reiseführer rauslesen konnte. War nicht viel. Egal, ganz unvorbelastet mit eigenen Augen erleben ist eh spannender. So landete ich planlos wie immer in Kuala Lumpur. Von dem ich so gar keine Vorstellung hatte. Und wäre nicht zufällig der Flieger dort gelandet, hätte ich mir die Zeit in Kuala Lumpur auf meiner Malaysia-Reise auch geschenkt – aber das wäre echt schade gewesen, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Ein paar Facts über Kuala Lumpur

Ein paar grobe Fakten über Kuala Lumpur, bevor ich euch mit ein paar wirklich coolen Tipps für euren Kuala-Lumpur-Besuch versorge:

  • Kuala Lumpur ist die Hauptstadt Malaysias und ist für eine asiatische Großstadt mit ca. 1,6 Millionen Einwohner eher mini
  • Die Petronas Towers sind DAS Wahrzeichen der Stadt und WAREN mal das höchste Gebäude der Welt, sind dafür aber immer noch die höchsten Zwillingstürme der Welt
  • Multikulti: In Kuala Lumpur leben wie auch im Rest Malaysias die verschiedensten Kulturen und Religionen auf engstem Raum: Chinesen, Malaien, Inder, Araber, Buddhisten, Muslime, Christen, Hindus – hier findet jeder seinen Platz.

Must-See #1: Petronas Twin Towers

An den Petronas Towers kommt man in Kuala Lumpur nicht herum. Blitzblank poliert und mit den interessanten Formdetails sind die Zwillingstürme echt ein außergewöhnliches Stück Architektur. Von der riesigen Höhe ganz abgesehen. Rauf kann man übrigens auch. Achtung: Tickets für die Aussichtsplattform werden bis zu 24 Stunden vorher online verkauft. Wer sich spontan entscheidet, kann am selben Tag ab 9 Uhr Resttickets ergattern. Und das ist wirklich ratsam, einfach so im Laufe des Tages hin funktioniert meistens nicht. Tipp: Der Sonnenuntergang von dort oben soll fantastisch sein!

Must-See #2: Merdeka Square

Ein bisschen was für Geschichtsinteressierte: Hier wurde 1957 zum ersten Mal die malaiische Flagge gehisst und die Unabhängigkeit von England gefeiert. Eigentlich nur ein großer Rasen, war ja auch mal ein Cricket-Feld. Aber das Gebäude am Platz, das Sultan Abdul Samad Building, ist mit seinem riesigem Uhrturm und ungewöhnlichen Wendeltreppen und Arkaden ganz sehenswert. Außerdem ein guter Grund, hier direkt vorbeizuschauen sind die beiden Touristeninformationen. Einmal das nationale Touristenbüro für ganz Malaysia im Sultan Abdul Samad Building und ein paar Meter um den Platz herum die Touristeninformation für Kuala Lumpur. Hier kann man sich mit wirklich sehr informativen Broschüren eindecken und die Mitarbeiter sind durchweg sehr nett und helfen gern mit Tipps.

Must-See #3: Chinatown

In der Welt gibt es garantiert chinesischere und aufregendere Chinatowns als das in Kuala Lumpur. Trotzdem gibt’s hier einige tolle Tempel und ‘nen schönen Indoormarkt, sollte man nicht verpassen:

Central Market

Hier gibt’s einige schöne Souvenirläden und -stände und in der oberen Etage einen guten und günstigen Foodcourt.

Sri Mahamariamman Tempel

Mitten im chinesischen Chinatown ein Hindutempel – das ist Malaysia. In Multikulti macht denen keiner mehr was vor. Am Eingang gibt man die Schuhe ab, auch in Hindutempel läuft man nur barfuß herum, und dann kann man sich den Tempel auch von innen anschauen. Auch hier gilt: Die klatschengen Hotpants werden besser verhüllt. Saris kann man sich vor Ort leihen.

Guan Di Tempel

Ein paar Meter weiter weg vom Hindutempel taucht man ein in eine ganz andere Welt. So schnell springt man hier in Malaysia von der einen Weltreligion in die andere. Der Guan Di Tempel ist ein taoistischer Schrein, gewidmet dem Gott Guan Di, Schutzpatron der Kampfsportarten. Polizisten und Triaden kommen angeblich gleichermaßen hierher, um für Schutz zu bitten. Verrückt.

Petaling Street

Ich fand’s nicht so spektakulär, aber wer noch China-Schnickschnack, Teddy-Plastikblumensträuße und original unoriginale Louis-Vuitton-Taschen einkaufen will, der besucht noch die Petaling Street, eine überdachte Einkaufsmeile mitten in Chinatown und das Herz des Viertels.

 

Must-See #4: Jalan Alor Food Street

Der beste Ort für nächtliche Street-Food-Abenteuer ist die Jalan Alor! Hier gibt’s alles – vor allem aber auch viel chinesische Küche. Ein Restaurant reiht sich an das andere, Essensstände ohne Ende und ab und zu Livemusik.

Wer genug probiert hat, zieht danach weiter zur Changkat Bukit Bintang – eine Straße in der Nähe mit vielen Bars, Musik und Nightlife.

Must-See #5: Batu Caves

Das absolute Tempel-Highlight! Ein Hindutempel mitten in eine riesige Felsspalte hineingeklöppelt! Die imposante Statue am Eingang zeigt den Weg: Steile Treppen führen hinauf in das Innerste der Batu Caves. Entlang der Treppen in den Bäumen leben Unmengen von Affen: Nicht füttern, kleine Teile (Kameras etc.) gut festhalten (Affen können echt gut klauen) und süß finden!

Im Tempel wurde gerade übrigens gebaut, und die Arbeiter freuen sich über Mithilfe, da der Tempel spendenfinanziert ist und keinen Eintritt kostet – am Eingang oben einfach einen Eimer Sand mitnehmen, an der Baustelle abstellen und beim Rausgehen einen leeren Eimer mitnehmen.

Special Nightlife Tipp: Die krasseste Rooftop-Bar in Kuala Lumpur!

Rooftop-Bars sind immer eine gute Idee. Aber die Heli Lounge Bar ist echt einzigartig, nicht nur für Flieger. Ein ECHTER Helikopterlandeplatz (!) mitten in Kuala Lumpur auf einem unscheinbaren Hochhaus mit spektakulärem, unversperrtem Blick auf die funkelnden Petronas Twin Towers. Geländer? Gibt’s nicht. Frei wie ein Vogel über Kuala Lumpur – dazu Drinks vom Feinsten. Tagsüber wird der Helipad tatsächlich benutzt, aber nachts wird der Landeplatz zur ungewöhnlichsten Rooftopbar in Kuala Lumpur.

Ein bisschen teurer, etwas schwierig zu finden, da am Eingang unten kaum beschildert – lohnt aber definitiv. Unten ist die eigentliche Lounge Bar, aber über Treppen und schmale Metallstiegen geht’s rauf auf den Helipad mit der besten Aussicht überhaupt. Cooler geht’s wirklich nicht.

Adresse: auf dem Menara KH Hochhaus, 34.Etage, Jalan Sultan Ismail

geöffnet von montags bis samstags ab 18.00

in der Bar unten das erste Getränk bestellen und selbst hochtragen, die folgenden können aber oben am Tisch bestellt werden

Praktische Tipps für Anreise und Transport in Kuala Lumpur

  • Kuala Lumpur hat zwei Flughäfen: den Kuala Lumpur International Airport (KUL), KLIA genannt, und den Sultan Abdul Aziz Shah Airport (auch Subang Airport). Letzterer ist der ältere von beiden und liegt näher an der City, wird aber nur noch von drei kleineren malaysischen Airlines angeflogen (Berjaya Air, Malindo Air, Firefly). Von Deutschland aus gibt keinen Direktflug nach Kuala Lumpur (KUL) – ich bin ab Berlin mit Qatar Airways über Doha geflogen, das war die kürzeste Verbindung.
  • Das öffentliche Nahverkehrssystem in Kuala Lumpur ist mit U-Bahnen und Bussen sehr gut ausgestattet – allerdings habe ich es echt wenig genutzt, da ich in Kuala Lumpur endgültig zum totalen Uber- und Grab-Fan mutiert bin. Die beiden Dienste sind unschlagbar günstig und superpraktisch. Ansonsten gibt es aber noch ein kostenloses (!) öffentliches Bussystem mit 4 Linien in der Innenstadt, was auch viele Sehenswürdigkeiten anfährt. (zur Website von GOKL)
  • Der Busbahnhof TBS (Bersepadu Selatan) liegt etwas außerhalb der Stadt und bietet Verbindungen in alle Richtungen. Tickets kann man gut im voraus über easybook.com kaufen, das spart Wartezeit, da man sich einfach nur an einem extra Schalter sein Ticket abholen muss.

Lesetipps zu Kuala Lumpur: 

Pocket Guide Kuala Lumpur* (Reiseführer Lonely Planet)
Kuala Lumpur sehen, fühlen und schmecken Blogpost von Travel on Toast
Thaipusam in den Batu Caves Blogpost von Love and Compass

Übrigens: Kuala Lumpur war nur der Anfang einer großartigen Reise quer durch Malaysia. Mehr Berichte folgen in den nächsten Wochen!

*Affiliatelinks.  (Was ist das?)

MerkenMerken

Comment

There is no comment on this post. Be the first one.

Leave a comment