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Shanghai, Baby! – First time in China

It’s Shanghai, Baby! Whooo-hooo!

So skandalös wie der gleichnamige Roman* war mein allererster China-Besuch überhaupt zwar nicht. Aber es gab eine Sache, auf die mich kein interkulturelles Kommunikationsseminar vorbereiten konnte. Denn live und in Farbe ist es eben gewöhnungsbedürftig, wenn einem ein wildfremder Chinese mitten auf dem Bürgersteig vor die Füße rotzt. Andere Länder, andere Sitten. Auf die Straße spucken sei normal, sagt jeder Reiseführer, und lautet der Inhalt jeder Kulturschock-Schulung. Soso. Und das machen die in China tatsächlich. Ich wollte es nicht glauben, bis der erste neben mir in Shanghai auf der Straße tief Luft holte und mit so viel Getöse alles Störende aus seinem Rachen rausholte, dass ich Angst hatte, es käme noch Mageninhalt hinterher. Naja, vor chinesischem Mageninhalt hatte ich eh schon jegliche Scheu verloren – auf dem Hinflug ging es jemandem schlecht, ich führe das mal jetzt nicht weiter aus, und da man auf einem 10-Stunden-Flug nicht wie auf der Kurzstrecke mal eben feige bei der nächsten Landung die Putzkolonne rufen kann… hieß es dann: Gummihandschuhe an und durch. Hashtag #momenteindenenichdiekurzstreckevermisse.

Ansonsten sollen Chinesen noch ganz andere schlimme Sachen machen, vor allem bei Tisch. Schlange stehen ist auch nicht so beliebt. Überhaupt würde Herr Knigge wohl ‘nen Anfall kriegen bei soviel rüpelhaftem Verhalten. Übel, übel.

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Benimmregeln für China: Wie sind sie denn nun, die Chinesen?

Ich war sehr positiv überrascht. Manchmal ist es gar nicht verkehrt, sich eine fremde Kultur vor dem ersten Besuch in den schlimmsten Farben auszumalen! Bis auf die Spuckerei habe ich mich in Shanghai nämlich wohl gefühlt. Gut, servicetechnisch gibt es noch einiges an Luft nach oben, aber das habe ich mir mit der Hammer-und-Sichel-Sache erklärt. Ist vielleicht nicht so vorgesehen. Aber sonst: echt nette Leute.

Vor allem die chinesische Kollegin, die mir ungefragt auf dem Hinflug eine improvisierte englisch-chinesische Speisekarte zum Zeigen aufgeschrieben hat, damit ich beim Anpreisen der Mahlzeiten nicht völlig verzweifele. Auf dem Rückflug habe ich mich dann mit ihrer Hilfe sogar an die Aussprache gewagt: es gab “njiuuu-rhooo” oder “chuuu-rhooo”. Rind oder Schwein. Oder so ähnlich. Unsere Gäste haben jedenfalls sehr gelacht. Naja, was tut man nicht alles.

Ich schweife ab. Da war doch noch was.

Ach ja, Shanghai.

Sehenswürdigkeiten in Shanghai

Shanghai ist eine Stadt der Moderne. Wolkenkratzer, immer höher, immer größer, immer mehr – in Pudong sieht man das ganz besonders. Dort soll noch in den 80er Jahren kein einziger moderner Bau gestanden haben. Unvorstellbar. Shanghai wächst im Zeitraffer. Das gehört auch zu den Must-Sees in Shanghai: einmal auf einen der Riesen-Wolkenkratzer hinauf, wie hier auf das Shanghai World Financial Center. (Das ist das Gebäude, das so aussieht wie’n Flaschenöffner.) Die Fahrt rauf bis ins die 100.Etage auf den Skywalk kann man sich im Grunde auch sparen, die 94. oder ‘n Kaffee im Hilton in der 91. sollten es eigentlich auch tun. So spektakulär ist der Glasboden in der 100.Etage nämlich nicht, denn man schaut im Prinzip nur auf einen anderen Gebäudeteil. (Aber ich musstemusstemusste ja un-be-dingt für 25€ nach ganz oben.)

Auf der Suche nach historischen Überbleibseln sind wir erst in der Altstadt rund um den Yu Yuan Garten hängengeblieben. Hat hier aber starken Disneyland-Charakter. Irgendwie unecht alles. Zumindest gab’s noch typische Teigtaschen (Xiao Long Bao) im bekannten Nan Xiang Restaurant. Kein überragendes Gourmeterlebnis, aber die Atmosphäre oben im Restaurant fühlte sich nach China an.

Yu Yuan Garden, Shanghai, China

Besonders gut gefallen hat mir Xintiandi, das alte französische Viertel mit ein paar gut erhaltenen schönen kleinen Häusern, den Shikumen. Ein paar Straßenzüge sind leider extrem aufgerüscht mit westlichen Gourmet-Restaurants und Geschäften; speziell dort fehlt es an Flair. Aber ansonsten lässt sich hier viel zu Fuss entdecken, es gibt viele kleine, ausgefallene Shops und tolle Cafés.

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Essen und Trinken in Shanghai

Meine persönliche kleine Auswahl, ausprobiert und für gut befunden:

Hongdae Bear (Xintiandi) – Koreanischer Coffee Shop mit Kaffeespezialitäten für 5€ (huch!), dafür aber extra nett und mit ausgefallenen Zutaten (schwarzer Pfeffer!)

Xiao Long Bao at Nan Xiang Restaurant

Nan Xiang Restaurant (Yu Yuan Garten, Altstadt): hier gibt’s gefüllte Teigtaschen, die Xiao Long Bao – unten stehen die Leute Schlange, oben lässt sich gemütlich sitzen.

1221 The Dining Room (Zhongshan Park) – Shanghai-Küche für Einsteiger, gemütliche Atmosphäre und alles ist so lecker!

Coconut Paradise – gute Thai-Küche, lauschiger Garten, hervorragende Cocktails.

Food Crystal Jade Shanghai

Crystal Jade (Xintiandi) – eigentlich eine große Kette, chinesische Küche, tolle Auswahl, gediegen-schönes Ambiente.

Demnächst: Hongkong.

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2 Comments

  • Das klingt im ersten Moment relativ gewöhnungsbedürftig. ;-) Ich bin mal gespannt, was mich in Japan so erwartet - das steht nämlich als nächstes Reiseziel auf dem Plan. Herzlich, Anna
    • Oh ja, ich hoffe, ich komme im nächsten halben Jahr auch nochmal nach Tokio! Ich guck mal zwischendurch bei dir rein, vielleicht hast du ja schon Tipps parat :) Liebe Grüße, Tatiana

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