Was macht man mit einem freien Tag in Linz? Standbydienste sind die Lotterie der Fliegerei: Mal gewinnt man, mal verliert man und oft letzteres. So gesehen war der Layovertag in Linz ein echter Glücksgriff. Ein freier Tag? Schön. In Linz? Geht. Linz ist zwar okay, kenne ich aber ganz gut. Zum Glück liegt Linz so ziemlich in der Mitte von allem in Österreich – das schrie förmlich nach einem Ausflug. Mit der Bahn sind es bis nach Wien nur knapp anderthalb Stunden, bis nach Salzburg eine gute Stunde. Wien geht zwar immer, finde ich, aber Salzburg – da wollte ich schon immer mal hin. Wegen der Geschichte. Kultur. Mozart. Berge. Und überhaupt. Millionen von Touristen, die jährlich in Salzburg einfallen, können ja nicht irren.

Salzburgs Altstadt: Ein Traum in Pastell

Das Schöne an Salzburg für einen Tagestrip: Alles ist fussläufig zu erreichen. Perfekt, wenn man eh ohne Auto, sondern wie ich mit der Bahn unterwegs ist. Der Hauptbahnhof liegt außerhalb der Altstadt auf der anderen Seite der Salzach, und mit dem Bus ist man in 10 Minuten mitten in der Stadt. Mittendrin in diesem lieblichen Altstadttraum in Pastellfarben. Die Gassen der Altstadt sind klein und eng, mal wie befürchtet überfüllt, mal überraschenderweise leer, aber immer gepflegt und hübsch anzusehen.

Und dann solch grandiose Bauten wie den Salzburger Dom – den man auch als Nicht-Kirchenfan unbedingt mal von innen gesehen haben sollte. Die restaurierten Deckengemälde sind echt beeindruckend.

Mozart und Salzburg

Mozart. Mozart. Überall Mozart. Wer so null mit klassischer Musik kann, für den ist Salzburg vielleicht auch nur halb so interessant. Salzburg lebt vom berühmtesten Sohn der Stadt und an jeder Ecke wird man mit der Nase drauf gestossen. Mozartkugeln, Mozart-Kühlschrankmagnete, Mozart-Postkarten, Mozart-wasauchimmer findet man in jedem Geschäft, jedem Lokal, jedem Supermarkt.

Ein bisschen Mozart musste also auch noch in meinen Tag rein. In Salzburg lassen sich sowohl das Geburts- als auch das spätere Wohnhaus Mozarts besichtigen und ich entschied mich für ersteres. Obwohl ich Sorge hatte, mich am Ende für teuer Geld zusammen mit asiatischen Reisegruppen auf Ganz-Europa-in-fünf-Tagen-Tournee durch ein kleines Fachwerkhaus schieben zu müssen. War aber am Ende doch nicht so. Das Haus/Museum ist ziemlich geräumig (waren wohl keine armen Leute, die Mozarts), und der asiatischen Reisegruppe blieb nur Zeit für Fotos vor dem Haus. Mit 11 Euro ist der Eintritt auch ziemlich heftig, aber was soll’s. Muss man in Salzburg mal gesehen haben. Die Ausstellung lohnt sich.

Salzburg von oben: Mönchsberg oder Festung Hohensalzburg?

“Du musst unbedingt rauf auf den Mönchsberg“, gab mir noch eine Freundin als ultimativen Tipp mit auf den Weg. Wäre wohl schöner als oben auf der Festung Hohensalzburg, die wohl auch immer gut besucht ist. Menschenmassen sind ja privat eh nicht meins – also: rauf auf den Mönchsberg. Und, wie praktisch: Man kann einfach mit dem Aufzug hoch. Was in meinem Fall eine schöne Zeitersparnis war, da ich langsam wieder zurück nach Linz musste. Der Blick vom Mönchberg auf Altstadt und Festung und schneebedeckte Berge im Hintergrund lohnt aber wirklich. Außerdem gibt’s dort oben noch ein sehenswertes Museum für moderne Kunst, das sehr imposant und mit viel Beton auf den massiven Felsen geklöppelt wurde.

Verlängerte, kleine Braune und große Einspänner: Café-Tipp in Salzburg

Das mit dem Kaffee bestellen in Österreich hab’ ich immer noch nicht raus. Kleiner Brauner, Einspänner… keine Ahnung, was nun was ist. Aber ich hab’ dafür ein lauschiges Café gefunden, um meinen plötzlichen Hunger nach was original Österreichischem zu stillen (ist österreichische Küche nicht fatal?): Im Café Würfelzucker gibt’s original handgemachten Mega-Apfelstrudel! In österreichisch-alpinem Skihütten-Kaffeehausflair mit Blick auf die Salzach.

Salzburg – Österreich pur?

Salzburg ist wirklich hübsch. Kann man nicht anders sagen. Ich würde mit Sicherheit nochmal wiederkommen, wenn es sich ergibt. Auch, um mal das sagenhaft schöne Umland zu erkunden. Und nochmal in Ruhe durch die Gassen von Salzburg zu schlendern, die so wunderbar fotogen sind, dass ich  mich geärgert habe, nicht doch meine große Kamera mitgebracht zu haben und stattdessen nur mit dem Smartphone durch die Gegend gerannt bin. (Das ich mir allerdings letztens erst zugelegt habe, und ich muss sagen, ich bin wirklich ganz begeistert, was die Bildqualität angeht!) Leider fehlt Salzburg aber auch durch die ganze Restaurierungs-Pastell-Kur sehr an Patina. Was einerseits wirklich toll anzusehen ist, wirkt andererseits wie eine Disney-Version von Salzburg. Das mag die Heerscharen von Überseetouristen nicht weiter stören, aber für den Europäer an sich ist es vielleicht doch befremdlich. Oder ich habe mich mittlerweile so an mein Berlin-Neukölln (wo es mehr als genug Patina gibt) gewöhnt, dass ich es schon vermisse, wenn ich nicht alle zehn Meter in einen frischen Hundehaufen latsche.

Buchtipp zu Salzburg:

Reiseführer Salzburg – perfekt für einen Tag in der Stadt

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