Ausflug auf Mallorca: Mit dem Boot nach Cabrera

Nicht einfach, im August auf Mallorca ein stilles Plätzchen zu finden. Alles platzt aus den Nähten, Mallorca ist beliebter denn je. Bei Deutschen, bei Engländern, bei Spaniern, bei einfach allen. Und mitten im August erreicht die Urlaubssaison jedes Jahr ihren Höhepunkt. Da kann man sich manchmal schon nach Ruhe sehnen – aber die Hoffnung hatte ich eigentlich eh aufgegeben, als wir nach Cabrera aufbrachen.

Cabrera – das Naturschutzgebiet südlich von Mallorca

Cabrera ist Teil einer vorgelagerten Inselgruppe südlich vor Mallorca – gleichzeitig ein Naturschutzgebiet. Und beliebtes Ausflugsziel! Die Chancen waren also gering, nicht von Touristenmassen erschlagen zu werden. Allein mit unserem Touranbieter gibt es täglich mehrere Fahrten, und unsere war die einzige an diesem Tag, bei der noch Plätze frei waren.

Eine knappe Dreiviertelstunde dauert die Fahrt von Colonia Sant Jordi im Südosten von Mallorca nach Cabrera. Und obwohl wir schon im größeren der beiden angebotenen Bootstypen saßen (50 statt nur 12 Plätze) war die Fahrt feucht und holprig – aber genau richtig, um mal richtig frische Seeluft zu atmen.

Auf der Insel angekommen: Verwunderung. Wo waren denn die ganzen Menschenmassen? Langsam fuhren wir in den lauschigen natürlichen Hafen von Cabrera ein. Einige Segelboote lagen dort im ruhigen Wasser, ein paar Leute sonnten sich am kleinen Strand und sonst: Stille, Stille, Stille! Und ein bisschen fühlte ich mich wie der frisch gestrandete Robinson Crusoe.

Aktivitäten auf Cabrera

Kommt man nicht mit dem eigenen Boot (welch Schande!), sondern mit dem Ausflugsboot nach Cabrera hat man bei der längeren Tour einige Stunden Zeit, die Insel zu erkunden. Einige Teile der Insel sind nicht öffentlich zugänglich, daher bewegt man sich mit den anderen Mitreisenden auf den gleichen Trampfelpfaden – aber man verteilt sich relativ gut auf der Insel. Für eine grandiose Aussicht kann man rauf die Festung wandern – und das ist bei 35 Grad in der Mittagssonne sportlicher als es sich anhört.

Auf dem Rückweg einkehren in die Inselbar, dann schwimmen im klaren windstillen Wasser und die pure Natur um einen herum genießen: Wer auf Cabrera nicht entspannen kann, ist selbst schuld!

Die blaue Grotte in Cabrera

Im Ausflug inklusive ist meist je nach Wetterlage ein Stopp in der blauen Grotte – geht nur bei ruhigem Seegang. Und der Name… woher der wohl kommt? Das Wasser ist einfach so unfassbar tiefblau, dass es einen einsaugen möchte. Baden kann man hier auch – auf Grund der Wassertiefe aber nur was für Schwimmer. Schnorcheln kann man hier auch wunderbar, und mit Glück begegnet man sogar neugierigen Rochen! Hat man dazu noch die Nachmittagstour gebucht, gibt es noch einen romantischen Sonnenuntergang on top!

Wissenswertes über Cabrera

Ein paar random facts über Cabrera:

  • Müll machen verboten! Cabrera ist ein Naturschutzgebiet und den Müll, den man mitbringt oder dort produziert, muss man auch wieder mitnehmen: Es gibt keine Mülltonnen auf der Insel, da der Transport von Tonnen von Touristenmüll zurück nach Mallorca zu aufwendig ist. So ganz durchdacht ist das System allerdings nicht, Müllvermeidung und -recycling sind auf Mallorca generell kein großes Thema. In der Inselbar werden Getränke in Dosen oder Einwegbechern serviert – da könnte man auch noch einiges an Müll einsparen. Und findige Touristen müllen mangels fehlender Abfalleimer auf den Wegen einfach die Toilettenbehälter in den öffentlichen WCs voll. Oder werfen Essensreste ins Gebüsch. Ist ja bio. Naja. Ein bisschen mehr Aufklärung und Sensibilisierung für alle Besucher könnte nicht schaden. Die fehlte bei unserer Tour vollkommen und hätte ein Inselwächter mich nicht zufällig abgefangen und aufgeklärt, als ich nach Verlassen des Bootes nach einem Mülleimer für meine Apfelkitsche suchte – das Thema Müll wäre sonst nirgends aufgetaucht.
  • Cabrera war mal das Alcatraz Mallorcas. Oder so. Zur Zeit der Spanischen Unabhängigkeitskriege Anfang des 19. Jahrhunderts wurden hier 9000 französische Soldaten als Kriegsgefangene verbracht, unter schlimmsten Bedingungen – und ein großer Teil fand hier den Tod. Mehr über die Geschichte der Insel erfährt man auch im inseleigenen Museum!
  • Unbedingt festes Schuhwerk mitnehmen! In Flipflops rauf zur Burg macht keinen Spaß.
  • Schnorchelausrüstung nicht vergessen: Am Strand und in der blauen Grotte lässt sich wunderbar schnorcheln und Fische gucken.
  • In der Inselbar gibt’s wunderbare Horchata (ein mallorquinischer Mandelmilchdrink) mit frischen Mandeln!
  • Wer länger bleiben möchte: auf der Insel gibt es eine kleine, einfache Herberge. Achtung: Unbedingt im voraus reservieren und die Aufenthaltsdauer ist auf wenige Tage beschränkt!

Linktipps zu Cabrera

marcabrera – Ausflüge nach Cabrera, Boote und Service top! Bei Onlinebuchung gibt’s 10% Rabatt, der Halbtagesausflug wie oben kostet dann 36€. Rabatt für Residenten gibt’s auch, sind aber nur 7% und können nicht mit dem Online-Rabatt kombiniert werden.
Parque Nacional Marítimo – Terrestre del Archipiélago de Cabrera – Offizielle Informationen zu Cabrera (spanisch)
Reiseführer Mallorca* – der umfangreichste Reiseführer für Mallorca, mit Informationen zu Cabrera
Tod auf Cabrera* – Krimi mit Cabrera als Schauplatz!

*Affiliatelinks (Was sind Affiliatelinks?)

MerkenMerken

Comment

There is no comment on this post. Be the first one.

Leave a comment