Seoul. Am anderen Ende der Welt. Und in vielem so gleich und doch anders als in Europa. Eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll mit Gucken und Staunen. Und für diejenigen, die ebenso fasziniert wie irritiert sind, habe ich aus Seoul eine kleine persönliche Liste von Dingen mitgebracht, die man echt mal live und Farbe gesehen haben sollte, wenn man schon mal da ist.

1. N Seoul Tower / Namsan Tower

Der N Seoul Tower liegt auf der Spitze des höchsten Berges in Seoul, dem Berg Namsan. Das macht die Aussicht vom Turm nochmal faszinierender, an klaren Tagen hat man einen unvergleichlichen Blick über die gesamte Stadt.

Aussicht vom Berg Namsan, Seoul

Rauf zum Turm geht es zunächst mit einem Aufzug, dann mit einer Seilbahn. Sportliche wandern ca. eine Stunde hoch. Der Bereich um den Turm herum ist Naherholungsgebiet mit schön angelegten Gärten, einigen Cafés und Shops und wechselndem Kulturprogramm.

Und der N Seoul Tower scheint der Wallfahrtsort aller frisch Verliebten zu sein; Geländer und Zäune rund um den Turm sind über und über mit Liebesschlössern behangen und ergeben einen faszinierenden bunten Schlössertepppich. Wahnsinn. 98% der Weltproduktion an Hängeschlössern landen wohl in der Nähe des N Seoul Tower.

Liebesschlösser am Namsan Tower, Seoul

2. Gwangjang Markt

Nichts für schwache Mägen. Hauptsächlich ein Markt für Stoffe, gibt es hier auch eine kleine, aber wirkungsvolle Streetfood-Ecke, die auch den härtesten Magen auf die Probe stellt. Von Hundefleischsuppe über Schweinefüße und -schnäuzchen, von schlachtbereiten lebenden Tintenfischen bis hinzu undefinierbaren Blutwürsten gibt es alles, was man für ein Training für das nächste Dschungelcamp so braucht. Mir persönlich hat es bei den lebenden Seewürmern den Magen umgedreht, Meerestier ohne Augen in Gedärmeoptik – das ist nix für mich, noch nicht mal zum Anschauen.

Ansonsten gibt es aber auch wesentlich verträglichere Gerichte, Sojapuffer aus frisch gemahlenen Sojabohnen (sehr lecker!) oder frisch gerollte Nudeln in Brühe.

3. Paläste in Seoul

Seoul besitzt einige Paläste aus Zeiten der Joseon-Dynastie – davon unbedingt einen ansehen. Der größte ist der Gyeongbokgung Palast – und mehr darüber gibt es -> hier.

Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

4. Skurrile Cafés

Die Koreaner scheinen Cafés zu lieben. (Achtung: Zeit mitbringen, meist ist der Service eher gemütlich.) Und skurrile Cafés im besonderen. Wie das Schaf-Café Thanks Nature.

Die beiden zum Café gehörigen Schafe sollen entfremdete Großstädter wohl der Natur wieder näher bringen. Ob die Art der Haltung tierlieb und naturgetreu genug ist, so auf nacktem Beton in einem dunklen Beton, sei mal dahingestellt.

Oder das Poop Café in Insadong. Hier steht alles im Zeichen der Häufchen. Kack-Häufchen. Kack-Häufchen als Kissen, als Notizzettel oder als Tischdekoration. Suppen werden in kleinen Kloschüsseln serviert. Lecker.

5. U-Bahn-Fahren

Zugegeben, die Berliner U-Bahn ist kein Maßstab. Aber in jeder U-Bahn in Seoul ist es so viel sauberer als zu Hause in meiner geliebt-verhassten U7. Böden so spiegelglatt, dass man davon essen könnte. Und selbst in der Rush Hour sind alle ruhig und diszipliniert, kein Gedränge, kein Geschiebe, keine schlechte Stimmung. BVG, hier könnt ihr echt mal was lernen.

Metro in Seoul, Korea

6. Koreanische Küche probieren

Wobei – eigentlich zwei Mal. Denn: kein Korea-Besuch ohne Bibimbap oder Korean Barbecue.

Bibimbap ist eigentlich nur eine Schale Reis mit frischem Gemüse und wahlweise Fleisch obenauf. Scharfe Soße rein, kräftig gerührt – und dazu wie bei allem in Korea: Kimchi. Eingelegter, vergorener Weißkohl. Manche schwören drauf, ich kann dem nichts abgewinnen. Aber was soll’s, probieren gehört dazu.

Zweites Nationalgericht: Korean Barbecue. Hat mich geschmacklich allerdings auch nicht umgehauen. Fleisch, das man selbst am Tisch grillt, dazu einige Sorten – natürlich – Kimchi und das Ganze wird dann mit Reis zusammen in einem dünnen Salatblatt(!) eingerollt. In meinem Fall eine einzige Schweinerei, es tropfte und triefte. Korean Barbecue – auch geschmacklich nicht meins. Dafür aber umso sehenswerter die Stimmung, die von neonbeleuchteter Kantine bis lauter Markthalle reichte.

Demnächst: mal was anderes als Asien.
See you in Cape Town.

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